Wunsch nach alter Form

Ungewöhnliche Adventsvesper in der Neustädter Kirche

So bezaubernd wie eh und je: Die Kinder der Kurrende setzten die Tradition fort. Foto: Pujiula

Eschwege. Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost, die mit Lesungen, Gebet und Segen den liturgischen Teil gestaltete, sagte zum Schluss, diese Adventsvesper wäre ganz anders als sonst gewesen.

Sie hatte recht: Bis auf wenige vertraute Elemente, insbesondere der Auftritt der Kurrendekinder, verlief die Adventsvesper an diesem Samstagabend in der wie gewohnt proppenvollen Neustädter Kirche anders, als man es seit vielen Jahren kannte und liebte. Und nicht wenige Besucher waren nicht gerade glücklich mit den „Neuerungen“ – am wenigsten mit dem in schulmeisterlichem Ton geleiteten gemeinsamen Gemeindesingen mehrerer Lieder – wozu alle zum Stehen aufgefordert wurden, was mancher Zuschauer als eine Art „Nötigung“ empfand.

Abgesehen davon war die Adventsvesper musikalisch eigentlich in Ordnung. Das Blockflötenensemble der Musischule Werra-Meißner unter der bewährten Leitung von Sabine Hoffmann gestaltete seine Interpretationen mit bukolischem Charme, und auch die Interpretationen des Bläserensembles AufgeBrasst setzten feierliche Akzente.

Der Jugendchor Crescendo und der Kammerchor der Kantorei Eschwege (der große Kantoreichor war diesmal nicht dabei) sangen wie immer sehr schön unter der Leitung von Martin Lehmann. Und last but not least: Die Kinder der Kurrende waren wie immer ein Höhepunkt, optisch ein bezaubernder Anblick und akustisch auch ein Genuss, wie sie die mehrteilige musikalische Weihnachtsgeschichte „Großer Stern, was nun“ sangen.

Die Adventsvesper war zwar anders als sonst. Aber zum Schluss wurde alles so vertraut wie eh und je. Denn die musikalisch prachtvoll begleiteten Chöre sangen zusammen mit der Gemeinde das herrliche „The angels sing“ von Mendelssohn, ein wundervolles Lied, so prächtig wie herzerwärmend – das Richtige, um doch noch Adventsgefühle hochkommen zu lassen. Trotz des langen Schlussapplauses war der Wunsch da, dass die nächste Adventsvesper doch zur alten Form wiederfindet.

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