Unrechtmäßig umgebrochene Feldwege beschäftigen die Untere Naturschutzbehörde

Werra-Meißner. Unrechtmäßig umgebrochene Feldwege beschäftigen zunehmend die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Werra-Meißner-Kreises. Dies bestätigt Kreissprecher Jörg Klinge auf Nachfrage. Das Thema sei durch die Öffentlichkeitsarbeit des Umweltministeriums in den Fokus gerückt worden.

Wie viele Feldwege im Kreis von Landwirten unerlaubt umgepflügt und in Ackerland umgewandelt wurden, ist nicht bekannt. „Es ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen“, sagt Klinge.

Pro Gemarkung gebe es aktuell im Schnitt noch zehn bis 15 Hektar Feldweg, sagt Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands, der den Schwund der Feldwege auf den Strukturwandel in der Landwirtschaft zurückführt: „Aufgrund des wirtschaftlichen Drucks werden die Betriebe immer größer.“ So seien in einer Gemarkung statt ehemals 20 nur noch drei Landwirte tätig, wodurch einige Wege überflüssig würden.

Das Umwandeln von Grünstreifen in Ackerland darf allerdings nur unter Zustimmung der jeweiligen Gemeinde als Eigentümerin und mit Genehmigung durch die UNB geschehen. Erhält die Behörde Kenntnis vom unerlaubten Umbruch eines Weges, werde der Fall laut Klinge naturschutzrechtlich überprüft. Der Verlust der sogenannten Biotop-Vernetzungslinie müsse vor Ort oder ortsnah ausgeglichen werden.

In den vergangenen Jahren seien mindestens ein Dutzend Fälle zur Anzeige gebracht worden. In Einzelfällen wurden Bußgeldverfahren eingeleitet. „Jüngst fanden beziehungsweise finden Wiederherstellungs- oder nachträgliche, naturschutzrechtliche Genehmigungsverfahren in den Kommunen Waldkappel, Hessisch Lichtenau, Ringgau, Meinhard, Meißner, Sontra und Bad Sooden-Allendorf statt“, sagt Klinge. Für das notwendige Entwidmungsverfahren sei die jeweilige Kommune verantwortlich.

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