Verdeckte Schönheit: Die Breitauer Kirche erstrahlte einst in leuchtenden Farben

Die Breitauer Kirche erstrahlte einst in leuchtenden Farben und kunstvollen Fresken, heute ist nur ein Bruchteil der ehemaligen Pracht zu sehen.

Bei Renovierungsarbeiten wurden die jahrhundertealten Malereien einst überstrichen. Heute setzt der Kirchenvorstand Breitau alles daran, die historisch wertvollen Gemälde freizulegen. Probleme machen dabei nicht nur die aufwendigen Restaurierungen, sondern auch die Kosten hierfür. In zwei Renovierungsanläufen wurden bereits 15 000 Euro in die Freilegung der einzigartigen Kunstwerke investiert. Das Ergebnis kann jeder Besucher an der Decke über dem Altarraum begutachten.

Das rot-blaue Fresko einer Engelsdarstellung ist nur eines der Schmuckstücke in der Breitauer Kirche. Obwohl der Himmelsherold nicht genau zurückdatiert werden kann, ist klar, das Kunstwerk ist mehrere hundert Jahre alt.

Kirche aus dem 13. Jahrhundert

Die Kirche selbst stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der Westturm ist bis heute erhalten geblieben. Er ragt ca. 30 Meter in die Höhe, ist ungefähr 30 Meter lang und 15 Meter breit.

Neben drei schweren Glocken, die täglich zum Einsatz kommen, bietet die Warte außerdem Falken und Fledermäusen ein Zuhause.

Unterhalb des massiven Turmes liegt das im deutschen Kaiserreich erbaute Kirchenschiff. 1893 wurde es neu errichtet, nachdem der Bau im 30-jährigen Kriege niedergebrannt war. Die Altarmensa konnte allerdings die Zeiten überdauern, sie stammt aus dem Jahr 1676.

Heute erinnert eine Holztafel neben dem Eingang an die längst vergangen Bewährungsproben der kleinen Kirche. Gegenüber der Gedenktafel hängt ein kleines blaues Schild, darauf ist eine Kirche mit geöffneten Türen zu sehen. „Das bedeutet, dass wir Teil der verlässlich geöffneten Kirche sind“, erklärt Pfarrerin Rita Reinhardt.

Kirchen mit diesem Signet sind an mindestens fünf Tagen geöffnet. Zu diesen Zeiten können Wanderer, Gläubige oder Gäste die Kirche besuchen.

Übrigens dürfen alle Besucher auch die oberen Emporen der Kirche betreten. Was heute ganz selbstverständlich ist, war nicht immer so.

Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit waren die oberen Ränge den männlichen Junggesellen vorbehalten. Und auf den vordersten Bänken durften nur der Landgraf und seine Pächter Platz nehmen.  

Von Kim Hornickel

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