Kreis rechnet mit Mehrkosten von fast 500 000 Euro

Unterhalt: Reform wird für Kommunen teuer

Werra-Meißner. Mehr als 500 Kinder im Werra-Meißner-Kreis, deren Eltern getrennt sind, erhalten derzeit Unterhalt vom Jugendamt. Grund ist meist der Vater, der diesen nicht zahlen kann. Durch eine Gesetzesänderung, die im Juli in Kraft treten soll, haben künftig deutlich mehr Alleinerziehende Anspruch auf den sogenannten Unterhaltsvorschuss.

Auf den Kreis kommen dadurch Mehrkosten von 500 000 Euro und deutlich mehr Verwaltungsaufwand zu.

Bislang sprang der Staat nur für Kinder bis zwölf Jahren und maximal für die Dauer von 72 Monaten ein, wenn ein Elternteil der Unterhaltspflicht nicht nachkam. Künftig soll der Unterhaltsvorschuss ohne zeitliche Einschränkung bis zum 18. Geburtstag des Kindes gewährt werden, ausgenommen sind Kinder von Hartz-IV-Empfängern.

Je nach Alter liegen die Sätze zwischen 150 und 268 Euro. Die Kosten dafür teilen sich zu gleichen Teilen Bund, Land und der Kreis; im vergangenen Jahr belief sich der Anteil des Werra-Meißner-Kreises auf etwas mehr als 370 500 Euro. Das Jugendamt erwartet durch die Gesetzesreform „eine nahezu Verdopplung der Fallzahlen“, was einen überproportionalen Anstieg der Aufwendungen nach sich ziehen würde, da von der Gesetzesänderung überwiegend ältere Kinder und Jugendliche betroffen sein werden, die einen höheren Leistungsanspruch besitzen. „Wir erwarten deshalb steigende Aufwendungen von bis zu 130 Prozent, unser Eigenanteil läge dann bei rund 860 000 Euro“, heißt es vonseiten des Kreises.

Für die Abwicklung der zusätzlichen Anträge wird auch mehr Personal nötig sein. Frühzeitig wurden deshalb zwei zusätzliche Stellen in den Stellenplan des Kreises mit aufgenommen, die noch vor dem Inkrafttreten der Gesetzesreform zum 1. Juli besetzt werden sollen. 

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