Unternehmer im Werra-Meißner-Kreis suchen Nachfolger

Werra-Meißner. Immer mehr Senior-Chefs im Werra-Meißner-Kreis machen sich auf die Suche nach einem Nachfolger für ihr Unternehmen, sagt Carsten Heustock, Beratungsunternehmer bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg.

„Wir waren überrascht, als 80 Unternehmer aus dem Kreis zu einer Informationsveranstaltung gekommen sind.“ Normalerweise seien es um die 20. „Dass sich so viele informieren zeigt, dass sie das Problem erkannt haben“, so Heustock.

Es ist ein schwieriger Prozess, sagt auch Dr. Michael Ludwig. „Wer die Firmenübergabe nicht rechtzeitig in die Wege leitet, gefährdet das unternehmerische Lebenswerk, so der Leiter des IHK Sevicezentrums Werra-Meißner. Er rät, sich mindestens drei, eher fünf Jahre vor dem geplanten Ausstieg auf die Suche nach einem Nachfolger zu machen.

Nach Einschätzung der Handwerkskammer Kassel wird jeder fünfte Betrieb im Werra-Meißner-Kreis betroffen sein. Die IHK schätzt anhand des Alters der Unternehmer mit mindestens fünf Mitarbeitern, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren 200 Übergaben bei Unternehmen im Landkreis anstehen. Wie viele Unternehmen genau betroffen sind, sei schwer abzuschätzen da „nicht sicher ist, ob eine Nachfolge gelingt oder überhaupt angestrebt wird“, erklärt Dr. Ludwig.

Ein Knackpunkt bei der Nachfolgesuche ist unter anderem der Kaufpreis, sagt Siegfried Rauer von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner. „Da klaffen die Vorstellungen teilweise weit auseinander.“ Das bestätigt auch ein Report zur Unternehmensnachfolge 2016 des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. Demnach forderten 44 Prozent der Senior-Chefs einen überhöhten Kaufpreis. Ein weiteres Problem: 43 Prozent der Senior-Unternehmer sind laut Report nicht rechtzeitig vorbereitet.

Von Dorothea Wagner

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