Großraum Eschwege kommt glimpflich davon

Unwetter: Haus brennt nach Blitzeinschlag - 150.000 Euro Schaden

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In Fürstenhagen schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein.

Werra-Meißner. Über den Werra-Meißner-Kreis ist am Dienstagabend erneut ein Unwetter hinweg gezogen. Verletzt wurde niemand.

Es wurden Äste abgerissen, die Straßen blockierten. Nach ersten Informationen wurden in einigen Orten Dächer beschädigt. Die Feuerwehren waren im Dauer-Einsatz.

Nach Angaben von Kreissprecher Jörg Klinge meldete die Leitstelle 114 Einsätze in den frühen Abendstunden. 39 Dächer seien vom Sturm abgedeckt worden, 64 Bäume umgefallen.

Laut Polizei war besonders der nördliche und nordwestliche Teil des Kreisgebietes betroffen. So sei der Großraum Eschwege glimpflich davongekommen; in Witzenhausen und Hessisch Lichtenau wütete das Unwetter dagegen heftig:

- Die Landstraße zwischen Hessisch Lichtenau und Friedrichsbrück  musste wegen umgestürzter Bäume voll gesperrt werden. Auch die Straßen zwischen Hessisch Lichtenau und Fürstenhagen, zwischen Walburg und Rommerode  sowie zwischen Friedrichsbrück und Rommerode  waren laut Angaben eines Sprechers der Polizei teilweise unpassierbar. Die Bundesstraße 7 war bei Küchen  betroffen. Voll gesperrt waren zudem die Landstraßen zwischen Fürstenhagen und Helsa  sowie zwischen Hessisch Lichtenau und Günsterode.  Im Großraum Witzenhausen waren vor allem die Landstraße zwischen Blickershausen und Ziegenhagen  sowie die Bundesstraße 451 bei Hundelshausen betroffen

- Bäume stürzten auch auf die Tramgleise zwischen Hessisch Lichtenau und Helsa

- An der Desseler Straße in Hessisch Lichtenau wurde ein Auto von herabfallenden Ziegeln beschädigt

- In Quentel wurden laut Polizei gegen 21.50 Uhr drei herabhängende Stromleitungen gemeldet. In diesen Bereichen wurde der Strom sofort abgestellt

- Eine Windhose wurde gegen 19.20 Uhr in Hessisch Lichtenau  gemeldet, die sich quer durch den Ort bewegt haben soll

In Fürstenhagen  schlug gegen 20 Uhr ein Blitz in das Dach eines Wohnhauses ein. Dadurch geriet die Dämmwolle und anschließend der Dachstuhl in Brand. Menschen befanden sich zu diesem Zeitpunkt laut Polizei nicht in dem Gebäude. Die Höhe des Schadens liegt nach Angaben der Polizei bei 150.000 Euro. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Hessisch Lichtenau, Fürstenhagen, Walburg, Velmeden, Hopfelde und Helsa, die bis in die frühen Morgenstunden löschte. Auch ein Notarzt war vor Ort.

Leserfoto von Blitzeinschlag

Eigentlich hatte Markus Heinemann aus Fürstenhagen nur die dunkle Wolke des nahenden Unwetters mit seinem Smartphone fotografieren wollen. Doch als genau 18.16 Uhr und 35 Sekunden der Blitz gar nicht weit von ihm einschlug, drückte er vor lauter Schreck den Auslöser. Als er dann im Display den Blitz scharf abgelichtet sah, dazu die Flammen aus den Weidepfosten schlagend, konnte er sein Glück über die gelungene Aufnahme kaum fassen.

Der Blitz war nur etwa 60 Meter entfernt von Frank Reuter eingeschlagen, der gerade in dem Moment die Tore auf seinem Aussiedlerhof im Betzenröder Weg 3 verriegelte. Der Boden unter ihm habe in dem Moment gebebt und in der Brust habe er einen stechendenden Schmerz verspürt, erinnerte er sich. Eine Weile habe er schon gebraucht, um sich von dem Schrecken zu erholen, noch dazu wo er weiß, wie viel Glück er dabei hatte. (zlr)

Viele Einsätze im Kreis

Großalarm aufgrund des Unwetters wurde auch für die Feuerwehren der Stadt Großalmerode sowie den Stadtteilen Rommerode, Laudenbach, Uengsterode und Trubenhausen ausgelöst. Grund waren starke Orkanböen, die zwischen Laudenbach und Uengsterode Bäume entwurzelten und Dächer teilweise abdeckte. Beschädigt wurde unter anderem die Evangelische Kirche in Uengsterode. Die Feuerwehr war allein zu Dachsicherungsarbeiten in Uengsterode bei 16 Einsätzen gefordert. Im Einsatz war dort auch die Feuerwehr Witzenhausen mit der Drehleiter.

In Laudenbach wurden durch umstürzende Bäume zwei Gartenlauben beschädigt. Menschen wurden offenbar nicht verletzt.

Aktualisiert
am Mittwoch um 10.12Uhr.

Besonders großes Glück hatte Fahrlehrer Karl-Heinrich Schlegel, der mit seinem Schüler Mahmoud Albozan in Richtung Günsterode unterwegs war und vom Sturm überrascht wurde - mitten in einem Waldgebiet. Der Fahrlehrer sagte nur zu seinem Schüler: "Fahr, fahr, fahr - wir müssen raus aus dem Wald." Schlegel weiter: "Es hat so geschüttet, ich habe die Straße nicht mehr gesehen, aber die hat mich auch nicht interessiert, ich habe nur nach oben geguckt, dass die Bäume stehen bleiben." Das Duo kam heile aus der glimpflichen Situation und hielt dann auf dem Parkplatz direkt an der Kreisgrenze zwischen Werra-Meißner und Schwalm-Eder. Der Schüler lobte anschließend den Fahrlehrer: "Es war eine gefährliche Situation, es war knapp, aber Sie haben gut reagiert." (uli)

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