Wenige im Kreis buchen Reisen in Länder mit Krisenpotenzial

Urlauber meiden die Türkei als Ferienziel

Werra-Meißner. Aufgrund der politisch angespannten Lage im Nahen Osten verbringen die Menschen im Kreis ihre Ferien seltener in der Türkei, in Tunesien oder Ägypten. Das hat eine Umfrage bei den heimischen Reisebüros ergeben.

Laut Peter Voßbeck vom Reisebüro Schmauch in Witzenhausen weichen Reisende auf andere Ziele aus, um den Strandurlaub nicht gänzlich missen zu müssen. Griechenland und Spanien beispielsweise seien beliebte Alternativen. „Zwei Wochen Strandurlaub mit All-Inclusive ist immer noch der Klassiker“, sagt Voßbeck.

Die Konsequenz: Urlaubsorte, die jetzt im Kommen sind, registrieren die Veränderung und erhöhen die Preise. Das bestätigt auch Dieter Pommeranz vom Reisebüro der Schlossgalerie in Eschwege: „Gerade Frauen und Familien legen Wert auf einen sorgenfreien Urlaub. Dafür bezahlen sie auch mehr.“ Die Buchungen für einen Türkei-Urlaub seien im Vergleich zu den Jahren vor den häufigen Anschlägen um gut die Hälfte zurückgegangen.

Die Veränderungen des allgemeinen Reiseverhaltens sind laut Michael Hobbie vom Reisebüro „Auf und davon“ in Sontra auch abgesehen von den politischen Unruhen spürbar. Immer seltener konzentriere sich die Menge an Reisebuchungen auf den Frühbucher-Zeitraum von November bis Mai. „Die Menschen buchen das ganze Jahr über. Sie wollen möglichst viel Außergewöhnliches in kurzer Zeit sehen“, sagt Hobbie. Daher würden Kreuzfahrten sowie Fernreisen nach Amerika immer beliebter. Auch die Machtübernahme Donald Trumps ändere daran nichts.

Doch nicht nur in der Ferne, sondern auch in der Region wird Urlaub immer populärer. „Die Übernachtungszahlen im Kreis steigen jährlich um rund zwei Prozent“, sagt Katharina Rode von der Tourist-Info in Witzenhausen. Ob dies unmittelbar mit der unsicheren politischen Lage in den südlichen Ländern zusammenhängt, kann sie nicht bestätigen. 

Von Daria Neu

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