Ehepaar hat an erneutem Aufbau mitgewirkt

Uta und Günter Buchbach ziehen sich aus Eschweger Sophiengarten zurück

Ziehen sich aus dem Eschweger Sophiengarten zurück: Günter und Uta Buchbach. Verabschiedet wurden sie von Kordula Kirchert, Christiana Eisenach und Ria Goudriaan aus Homberg. Foto:  Schöggl

Eschwege. Jahrelang haben sie den Sophiengarten in Eschwege mitgepflegt, jetzt ziehen sie sich zurück: Uta und Günter Buchbach. 

Vor genau 20 Jahren haben sie die Initiative ergriffen, dem Eschweger Sophiengarten an seinem 1000. Geburtstag zu neuer Blüte zu verhelfen: Innerhalb eines Jahres war der Garten, der zuvor ein Jahrzehnt brach lag, dank der Unterstützung freiwilliger Helfer wieder als solcher zu erkennen und wird seitdem leidenschaftlich gepflegt und jährlich erweitert. Das Initiatoren-Ehepaar Uta und Günter Buchbach gab nun anlässlich des Besuchs einer Gärtner-Delegation vom Schloss Homberg (an der Ohm) bekannt, in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen.

Der Homberger Besuch

Drei engagierte Gärtnerinnen vom Verein Schlosspatrioten Homberg an der Ohm haben den Sophiengarten besucht und in einer offiziellen Führung Anregungen für den heimischen Schlossgarten „ausspioniert“. 2012 ging das Schloss Homberg in städtische Hand über und wurde mithilfe des Aktiven- und Fördervereins wieder belebt. Neben regelmäßigen Veranstaltungen werden ein Café betrieben und ein Raum für Kunst und Kultur geboten. Die drei Gäste mit Eschweger Wurzeln waren vor zwölf Jahren zum ersten Mal im Sophiengarten und sind seitdem, von seiner Schönheit beeindruckt, mehrfach privat angereist.

Der Sophiengarten

Nachdem der Garten zehn Jahre brach lag und für mehrere Ausgrabungen herhalten musste, wurde er im April 1997 wiederaufgebaut. Freiwillige Helfer und die Werkstatt für junge Menschen Eschwege haben Mauern und Wege angelegt; im September 1997 war die ursprüngliche Struktur erkennbar. Im weiteren Verlauf wurde jährlich eine neue Gartenebene restauriert. Auch wenn man durch Helfermangel und Vandalismus oft an seine Grenzen stoße, kennt die Leidenschaft der Vereinsmitglieder keine Grenzen. Uta Buchbach dankt jedem, der sich engagiert hat, für seine Hilfe und hofft, dass der Garten noch viele Jahre in voller Pracht erhalten bleibt. „Zu gerne werden hier Geburtstage gefeiert und Bücher gelesen“, blickt sie zurück. In den kommenden Wochen soll eine Telefonzelle eingeweiht werden, die zu einem öffentlichen Bücherregal umgerüstet wurde.

Die Geschichte

Eschwege entstand rund um ein Kanonissenstift, dessen Hauptgebäude die jetzige Musikschule war. Im Jahr 997 besuchte Kaiser Otto III. dieses Kloster mit einer großen Delegation und setzte seine 19-jährige Schwester Sophia als Äbtissin ein. Ihr verdankt der ehemalige Klostergarten seinen heutigen Namen. Kirchliche Gärten galten als Zentrum der Heiterkeit und waren durch kreuzförmige Wege angelegt; deren Mittelpunkt, der Schnittpunkt der Hauptwege, war mit einem Brunnen versehen und galt als das Zentrum allen Lebens im Kloster. Diese ursprüngliche Grundstruktur wurde bei der Restaurierung des Sophiengartens aufgegriffen und bestmöglich umgesetzt.

Von Lorenz Schöggl

Fotos

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare