Kindern den Rücken stärken

Verein Aufwind sucht in Eschwege und Sontra neue Paten für Kinder psychisch Kranker

Sie suchen Paten: Aufwind-Mitarbeiterin Susanne Reiss (von links), VR-Bank Mitte-Vorstand Uwe Linnenkohl, Peggy (Wiegand VR-Bank-Stiftung), Aufwind-Vorstand Hartmut Kleiber und Mitarbeiterin Andrea Selig.
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Sie suchen Paten: Aufwind-Mitarbeiterin Susanne Reiss (von links), VR-Bank Mitte-Vorstand Uwe Linnenkohl, Peggy (Wiegand VR-Bank-Stiftung), Aufwind-Vorstand Hartmut Kleiber und Mitarbeiterin Andrea Selig.

Eschwege – Menschen, die psychisch belastet seien, litten unter der Pandemie besonders – vor allem unter den Einschränkungen des täglichen Lebens, sagt Hartmut Kleiber. Er ist Vorstand von „Aufwind – Verein für seelische Gesundheit“. Das Projekt wird durch den Werra-Meißner-Kreis finanziert. Die beiden Mitarbeiterinnen, Andrea Selig und Susanne Reiss, suchen vier neue Paten oder Patinnen – in Eschwege, Sontra und Hessisch Lichtenau. Fragen und Antworten dazu.

Wer kann eine Patenschaft eingehen?
Gesucht werden Menschen, die sich gerne sozial engagieren wollen, Senioren zum Beispiel, die keine Enkel haben oder mehr Kontakt haben möchten. „Der Bedarf an Patenschaften ist groß“, erläutert Susanne Reiss. „Die Eltern sind zurzeit sehr gefordert.“ Die Sozialpädagoginnen schulen die Paten und begleiten die Patenschaft professionell. Immer wieder gibt es Treffen, um über den Stand der Entwicklung zu sprechen.
Was ist das Ziel der Patenschaften?
In den Familien mit psychisch kranken Eltern oder bei alleinerziehende Müttern – müssen die Kinder oft die Aufgaben von Erwachsenen wahrnehmen und sich um ihre Eltern kümmern statt andersherum. „Die Idee der Patenschaft ist, dass sich die Kinder einmal in der Woche für drei Stunden mit ihren Paten treffen und mit ihnen Zeit verbringen, kindgerecht, zum Beispiel auf dem Spielplatz, oder sie machen einen Ausflug“, sagt Susanne Reiss. „Die Kinder sollen in dieser Zeit einfach Kinder sein dürfen und haben so einen vertrauten Ansprechpartner außerhalb der Familie, der ihnen Rückhalt gibt.“
Welche Wirkungen haben die Patenschaften auf die Kinder?
Die Kinder profitieren in ihrer Entwicklung von den Patenschaften. Oft entstünden so auch längerfristige Bindungen zwischen den Familien. Die Paten können auch die Kinder auch dann besonders unterstützen, wenn die Eltern wegen ihrer Erkrankung in die Klinik müssen.
Wie wird das Projekt finanziert?
Der Werra-Meißner-Kreis finanziert insgesamt 13 Patenschaften. Mit an Bord ist auch die Stiftung der VR-Bank Mitte, die ebenfalls 7500 Euro pro Jahr dazugibt. Dadurch können auslaufende Patenschaften in ein eigenständiges Weiterbestehen überführt werden. „Das Projekt dient der Prävention“, sagt Uwe Linnenkohl, Vorstand der VR-Bank Mitte. „Es soll die Kinder stärken und verhindern, dass sie selbst einmal psychisch erkranken. Dieses Risiko ist bei Kindern psychisch kranker Eltern nämlich erhöht.“
Wo kann man sich melden?
Interessierte Menschen, die gerne eine Patenschaft übernehmen möchten, können sich bei Susanne Reiss oder Andrea Selig melden unter den Telefonnummern 0 56 51/74 38 15 und 74 38 29 und unter susanne.reiss@aufwind-wmk.de oder andrea.selig@aufwind-wmk.de. (Kristin Weber)

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