Vor 25 Jahren gegründet

Partnerschaftsverein Eschwege feiert Jubiläum

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Partnerschaften und Patenschaften: In den neunziger Jahren feiern (von links) Werner Hupfeld (Partnerschaftsverein), ein nicht identifizierbarer Gast aus Saint Mande, Jean-Pierre Nectoux, ein namentlich nicht bekannter Offizier vom Tender Werra, der damalige Bürgermeister Jürgen Zick, Stadtverordnetenvorsteher Heinz Bührig, Kommandant Ralph Kellner von der Eschwege und Erster Stadtrat Matthias Sadowsky. Fotos: Privatarchiv Zick

Eschwege. In jeder Hinsicht von großen Unterschieden geprägt ist die Städtepartnerschaft mit dem französischen Saint-Mandé. Vorreiter waren die Eschweger mit der ersten deutsch-deutschen Kommunal-Verschwisterung nach der Grenzöffnung überhaupt, die mit dem thüringischen Mühlhausen geschlossen wurde. Eine jahrzehntelange Freundschaft ging dem offiziellen Partnerschaftsvertrag mit Regen im bayerischen Wald voraus.

Im Februar 1990 wurde in Eschwege der Partnerschaftsverein gegründet. Er zählt mehr als 140 Mitglieder und feiert am Freitag in der Stadthalle Jubiläum. Nachdem die Partnerschaften und auch die Patenschaften zu Schiffen von Bundespolizei und Bundeswehr sowie zu einem Lufthansa-Flugzeug von den politischen Gremien der Kreisstadt Eschwege eingeleitet worden waren, stand schnell fest, dass eine andere Ebene abseits des offiziellen Eschweges gefunden werden müsse, um die Kontakte zu pflegen.

„Wir wollten das nicht im Rathaus verwalten, sondern eine Partnerschaft zwischen den Menschen“, erinnert sich der damalige Bürgermeister Jürgen Zick. Gemeinsam mit Erstem Stadtrat Matthias Sadowsky gewann Zick den früheren Schulleiter der Friedrich-Wilhelm-Schule, Herbert Fritsche, als Vorsitzenden und Motor der Bewegung. Fritsche passte als Historiker und mit ausgeprägter frankophiler Ader exakt in das Anforderungsprofil.

„Die Aufgabe hat immer Spaß gemacht“, sagt Fritsche, der den Verein zwanzig Jahre führte - dabei lange unterstützt von Werner Hupfeld und anderen Mitstreitern. Von Fritsche übernahm Heinz-Walter Eisenhuth den Vorsitz für vier Jahre, seit einem Jahr steht Ingrid Möller-Quanz an der Spitze des Partnerschaftsvereins.

Die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde mit Regen war in der Summe die Konsequenz jahrzehntelanger Freundschaften zwischen Menschen aus beiden Städten, die über viele Jahre auf privater und Vereinsebene gepflegt wurden, bevor das offizielle Dokument unterzeichnet wurde.

Mühlhausen wurde Partner in einer Zeit atemberaubend schneller Veränderungen im Zuge der Grenzöffnung und der Vereinigung der beiden deutschen Staaten 1989 und 1990.

Und die Beziehung zu Saint-Mandé ist trotz oder vielleicht auch wegen der Kontraste von besonderer Herzlichkeit: hier die idyllische Kleinstadt mitten in der Provinz - dort der wohlhabende Vorort der Weltstadt Paris.

Von Harald Sagawe

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