Freie Kunst soll gefördert werden

Verein Seelenhaus in Eschwege gegründet – Projekt als Heimat für kreatives Potenzial

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Hier ist jetzt immer was los: Im Schaufenster des Vereins Seelenhaus im ehemaligen Lichthaus Grüning in Eschwege zeigen die Künstler Ausschnitte ihres Schaffens und informieren über Workshops und Veranstaltungen – hier alle Gründungsmitglieder des Vereins.

Eschwege – Die Ausstellung „Zeig dich! Kunst und Kultur im Seelenhaus“ hat in Eschwege im vergangenen Jahr Tausende Besucher angezogen. Nun hat sich der Verein Seelenhaus gegründet.

„Der Erfolg brachte unter den künstlerisch Aktiven im Werra-Meißner-Kreis einen Stein ins Rollen“, sagt Tanja Wild, frischgebackene zweite Vorsitzende des Vereins „Seelenhaus e. V.“, der jetzt gegründet wurde. Im Vorstand: Ina Burtchen, Tanja Wild, Manfred Greß, Giso Schmerbach, Steffen Tsamaltoupis, Rolf Hilger und Andreas Porzelle.

Die Künstler wollen den Geist des Projekts weitertragen und freie Kunst fördern. Dazu brauchte es die passenden Bedingungen. Projektträger ist der Verein Aufwind, Fördermittel wurden mithilfe des Vereins für Regionalentwicklung beantragt und durch das Modellvorhaben Land(auf)Schwung bewilligt.

Alte Möbel aufmöbeln, dazu gibt es Workshops.

Ende 2018 fanden die Künstler ein Domizil für das „Seelenhaus 2.0“ im ehemaligen Lichthaus Grüning gegenüber dem Rathaus in Eschwege. Ihr Motto lautet: „Freiraum – Kunst für alle“ – und wer an den Schaufenstern vorbeigeht, kann einen Blick darauf werfen. Dort stellen die Aktiven einen Ausschnitt ihres Schaffens vor und.

„Es ist erstaunlich, wie viel Kommunikation über die Schaufenster stattfindet“, sagt Tanja Wild. „Die Leute schauen interessiert, kommen herein und erkundigen sich nach dem Projekt. Gerne wird dann ein Kaffee getrunken und geplaudert.“

Mitmachen ist das Ziel des Projekts

Mitmachen ist nämlich das Ziel des Projekts. Hobbykünstler und Profis, vom Kind bis zum Rentner, jeder darf sich beteiligen, die Räume und Werkstätten nutzen. „Das Seelenhaus ist ein Angebot für Menschen, die im Kreis leben und sich künstlerisch ausprobieren oder weiterentwickeln möchten“, sagt Ina Burtchen. Wie etwa Majid Khodadost, der mit seiner Familie aus dem Irak geflüchtet ist. In seiner Heimat war er professioneller Maler, in Eschwege wohnt er in einer Sammelunterkunft und hat kein Atelier. Er kommt ins Seelenhaus, um zu malen, und wer mag kann ihm über die Schulter schauen und von ihm lernen.

Auch die Aktivisten von Fridays for Future nutzen die Räume, um hier ihre Plakate zu gestalten. Der Verein arbeitet daran, der Künstlergemeinschaft eine Struktur und ein Konzept zu geben.

Offene Bühne: Das Jugendzentrum Eschwege bietet künftig regelmäßig Open Stage an.

So war die Jugendbildungsstätte Burg Ludwigstein schon zu Gast und hat ein Kunstseminar für Absolvierende des Bundesfreiwilligendienstes veranstaltet. Es gibt Angebote zu Themen wie Percussion, Filzen, Spinnen oder Mantra-Singen. Die Kulturinitiative Jugendzentren veranstaltete offene Bühnen. Nächster Termin: Workshop Möbel-Upcycling mit Tanja Wild am 26. April und 4. Mai jeweils von 15 bis 19 Uhr.

Weitere Infos gibt es im Schaufenster oder hier.

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