59-Jähriger zeigt Reue

Verfahren eingestellt: Alkoholkranker wirft Plastikstuhl nach Kind

Werra-Meißner. Belastend – das ist für den 59-jährigen Angeklagten das Gefühl, nicht den Grund für die ihm vorgeworfene Tat zu kennen. Anfang Juni des vergangenen Jahres soll der Witzenhäuser mit einem Campingstuhl die Schwester seiner damaligen Verlobten und ein einjähriges Mädchen verletzt haben – was der alkoholkranke Mann auch zugibt, Reue zeigt und Besserung gelobt. Aus diesem Grund ist das Verfahren gestern vom Amtsgericht Eschwege eingestellt worden. Die Auflage: jeweils 150 Euro an einen gemeinnützigen Verein sowie an die verletzte Frau zahlen.

Es war erst Nachmittag, als sich der 59-jährige Frührentner zu einer Runde im Garten gesellte – stark alkoholisiert, wie seine damalige Verlobte später gegenüber der Polizei aussagen würde. Als sie ein Telefongespräch annimmt, fängt der Witzenhäuser an zu schreien und den anderen Schimpfworte entgegenzuschmeißen – und plötzlich auch den weißen Plastik-Campingstuhl, wie die 64-jährige Schwester der einstigen Verlobten beim Gericht zu Protokoll gibt: „Weil ich noch das Wort Achtung hörte, hob ich meine Hände hoch und wehrte den Stuhl ab“, erzählt sie. Denn ansonsten wäre der direkt auf dem vor ihr stehenden Kinderwagen gelandet, in dem die einjährige Tochter ihrer Nichte lag. Während die Frau Schwellungen an der Hand erlitt, kam das Kleinkind mit blauen Flecken davon.

„Ich liebe Kinder und weiß nicht, warum ich das gemacht habe“, erklärt der körperlich gezeichnete Angeklagte, der aufgrund seines damaligen betrunkenen Zustandes kaum noch Erinnerungen an den Tattag hat. „Ich habe das ganz sicher nicht gewollt.“ Als Zeichen des Beweises dafür habe er sich mittlerweile in eine ambulante Therapie begeben und trinke keinen Alkohol mehr – „damit so etwas wie vergangenen Sommer nie wieder vorkommt.“ 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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