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Mangel an Beweisen: Verfahren gegen 29-Jährigen in Eschwege eingestellt

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Von: Stefanie Salzmann

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28-Jähriger soll 490 950 Euro unterschlagen und verzockt haben
Letztendlich entschieden sich Staatsanwaltschaft und Gericht für die Einstellung des Verfahrens. © Peter Steffen/dpa

Das Amtsgericht Eschwege hat am Dienstag das Verfahren gegen einen 29 Jahre alten Mann aus dem Landkreis eingestellt, der angeklagt war, Drogen an Minderjährige abgegeben zu haben.

Eschwege – Der Mann soll Ende Mai vorigen Jahres am Eschweger Schwanenteich zwei minderjährigen Mädchen im Alter von damals 15 und 16 Jahren einen Joint angeboten haben. Eine der beiden hatte auch gegenüber der Polizei angegeben, davon geraucht zu haben.

Letztendlich entschieden sich Staatsanwaltschaft und Gericht aber für die Einstellung des Verfahrens, weil während der Beweisführung fünf der befragten Zeuginnen vor Gericht so widersprüchliche Aussagen machten beziehungsweise sich nicht mehr an Einzelheiten erinnern konnten oder erst, wenn das Gericht ihnen frühere Aussagen aus ihren eigenen Polizeivernehmungen vorhielten und die Widersprüche dabei aufzeigten. Dann sagten sie relativ einvernehmlich: „Ja, es war so, wie ich damals ausgesagt habe“.

Zu der Anklage war es überhaupt nur gekommen, weil eine 19-Jährige in einem anderen Verfahren ausgesagt hatte, dass der 29-Jährige an diesem Tag einen Joint an die beiden minderjährigen Mädchen gegeben hatte. Bei einem der Mädchen handelt es sich um die jüngere Schwester ihrer Freundin, bei dem anderen Mädchen um die jetzige Verlobte des Angeklagten, mit der er inzwischen ein gemeinsames Kind hat.

Der Angeklagte selbst bestritt vor Gericht, an jenem Nachmittag Drogen weitergegeben zu haben, auch sei er selbst kein Konsument. Der Mann war erst 2019 aus der Haft entlassen worden und steht unter Bewährung. Er ist vielfach wegen verschiedener Delikte vorbestraft. „Wegen Drogen für Minderjährige versaue ich mir doch nicht mein Leben“, sagte er am Dienstag vor Gericht.

Er sei mit zwei Freunden in dem Park gewesen, um ein paar Bier zu trinken. Seine heutige Verlobte und ihre Freundin seien hinzugekommen. Sie hätten geredet. Im Laufe des Nachmittags seien weitere Mädchen hinzugekommen und auch wieder gegangen.

Dass ebendiese 15-jährige Freundin seiner Verlobten, deren häufigen Drogenkonsum mehrere Zeuginnen bestätigten, inzwischen behauptet, von dem Angeklagten Marihuana bekommen zu haben, führte seine heutige Verlobte darauf zurück, dass es ihr nicht gepasst habe, dass die beiden ein Paar waren. Sie habe ihr gedroht, die beiden auseinanderzubringen und das Jugendamt dazu zu bringen, ihr das damals noch ungeborene Kind später wegzunehmen. „Ich glaube, dass sie aus diesen Gründen einfach was erfunden hat“, sagte sie.

Auch die 19-Jährige, die mit ihrer Aussage das Verfahren ursprünglich gegen den 29-Jährigen erst ins Rollen gebracht hatte, stand damals in Konflikt mit der Familie eines der minderjährigen Mädchen. Deren ältere Schwester hatte mit der Zeugin damals bei deren Mutter gewohnt, weil es zuhause zu viele Konflikte gegeben habe.

Die gibt es dort offenbar immer noch innerfamiliär. Denn auch die Hauptbelastungszeugin erschien weder vor Gericht am Dienstag, noch wussten die anderen Zeuginnen etwas über ihren aktuellen Aufenthaltsort. Eine ladungsfähige Adresse des Mädchens hatte das Gericht ebenfalls nicht.

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