Rotary Club Eschwege informiert über den Lähmungen verursachenden Poliovirus

Die vergessene Krankheit

Ein Tropfen macht den Unterschied: Schluckimpfung bei einem Mädchen im Jemen. Foto: dpa

Eschwege. „Schluckimpfung ist süß – Kinderlähmung ist grausam!“ So lautet ein Slogan, mit dem in den 60er Jahren in Deutschland für die Schluckimpfung gegen Polio geworben wurde. Inzwischen ist die Krankheit weltweit stark zurückgegangen. Sie gänzlich auszurotten ist eine Aufgabe, die sich der Rotary Club Eschwege als Ziel gesetzt hat. Kurz vor dem Weltpoliotag will der Verein am Samstag, 26. Oktober, zwischen 10 und 13 Uhr vor der Eschweger Sparkasse über die Krankheit informieren.

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Dr. Dirk Ellringmann

Gegen eine Spende von einem Euro wird eine Schluckimpfung simuliert. Anstelle des Impfstoffes gibt es für Erwachsene Calvados und für Kinder Kirschsaft. „Viele Menschen unter 40 Jahren sind in Deutschland nicht mehr geimpft“, sagt Rotary Club-Präsident Ulrich Bernhardt und weist darauf hin, dass die Krankheit zwar Kinderlähmung genannt, aber durchaus auch bei Erwachsenen diagnostiziert werde.

Ulrich Bernhardt

nzwischen ist die Krankheit stark eingedämmt, Europa gilt seit 2002 als poliofrei. „Wir bemerken eine gefährliche Impfmüdigkeit in Deutschland“, sagt Club-Mitglied Dr. Dirk Ellringmann und verweist auf die Reiselust der Deutschen und die Gefahr den Virus aus dem Ausland einzuschleppen.

Die Impfkampagne ist ein 1988 gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, Unicef und der US-Gesundheitsbehörde CDC gestartetes Projekt. Unterstützt wird die Initiative auch von Microsoft-Gründer Bill Gates, dessen Stiftung jede gesammelte Spende verdreifacht. Innerhalb von 20 Jahren hatte Rotary weltweit 650 Millionen Dollar beigetragen. Vom Rotary Club Eschwege kamen bis heute rund 22 000 Euro.

Die größte Schwierigkeit beim letzten Schritt zur Ausrottung der Krankheit sei es, in die Krisengebiete auf der Welt zu kommen, sagt Ellringmann. Ende 2014 soll das Ziel erreicht werden.

Von Lasse Deppe

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