Versorgung des Flairs durch die Hintertür

So gehts, Männer: Werner Sommer, Chef der Kran-Mannschaft gibt Anweisungen, wie die Stahltrossen befestigt werden sollen.

Eschwege. Brückenschweben macht so gut wie kein Geräusch. Fast lautlos hebt das 40 Meter lange und 35 Tonnen schwere Bauwerk ab. Allenfalls knackt es ein wenig, wenn sich das Metall unter dem Druck verzieht. Aber sonst nichts.

Im Cockpit des 250-Tonnen-Krans bedient Christian Schalk mit zwei Fingern die Hydraulik, die die Brücke auf etwa vier Meter Höhe hebt. „Es ist zwar nicht das Schwerste, das ich schon gehoben habe, aber es ist eine Sache, die man nicht alle Tage macht“, sagt er. Für den Vortrieb über die Werra sorgt dann ein Fahrzeug am anderen Ende, das die gesamte Ladung langsam vorwärts schiebt.

An der Seite sorgen Männer und Frauen des Technischen Hilfswerks Eschwege dafür, dass die Brücke auf dem rechten Weg bleibt und den richtigen Punkt auf der anderen Uferseite trifft. Das THW hatte die Brücke am vergangenen Samstag aus mehr als 300 Einzelteilen zusammengesetzt. Der kniffligste Teil spielte sich gestern Vormittag genau über dem Fluss ab. Zwar ist die Brücke für den 250-Tonnen-Kran an sich ein Leichtes. „Je mehr der auf 31 Meter ausgefahrene Ausleger des Krans in die Waagerechte kommt, desto weniger kann er halten“, erläutert der Chef der Kran-Mannschaft, Werner Sommer.

Deshalb stand auf der Stadtseite der Werra ein zweiter Kran, der einen Teil der Last übernahm. Dazu musste der THW-Mann Thomas Berger, nur auf einer Holzbohle stehend, die stählernen Trageseile an der Brücke befestigen. Nach etwa drei Stunden war die Hauptarbeit erledigt. „Es ist schon etwas Besonderes, wenn man auf einmal trockenen Fußes von Ufer zu Ufer gehen kann, wo vorher nur Wasser war“, sagte THW Einsatzleiter Michael Kuß-Schönzart.

Bilder vom Brückenbau

THW baut Brücke für das Open Flair

Am Nachmittag legten die THW-Leute die Bodenplatten in die Brücke ein. Die Brücke muss nun noch technisch abgenommen werden. Schon heute sollen die Versorgungslaster darüber rollen.

Von Dieter Salzmann

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