Versuchte Erpressung mit enthaupteter Katze: Eschweger Richter lässt Angeklagten per Haftbefehl suchen

Eschwege. Die Staatsanwaltschaft wirft einem 22-Jährigen aus dem Werra-Meißner-Kreis versuchte Erpressung und einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor.

Einer Geldforderung gegen seine frühere Lebensgefährtin soll der Mann mit einer enthaupteten Katze Nachdruck verliehen haben. Weil der Angeklagte am Donnerstag nicht zur Hauptverhandlung vor Gericht in Eschwege erschien, erließ Amtsgerichtsdirektor Dr. Alexander Wachter Haftbefehl gegen den Mann.

Richter Wachter hatte zuvor die Polizei mit der Vorführung des Mannes beauftragt – ohne Erfolg. Die Hauptverhandlung war bereits zum zweiten Mal angesetzt gewesen, nachdem der 22-Jährige seine Teilnahme am ersten Termin aus gesundheitlichen Gründen abgesagt hatte. Am Donnerstag fehlte er unentschuldigt.

Richter und Protokollantin, Staatsanwalt, zwei Zeugen und die Dolmetscherin für das Erpressungsopfer warteten vergeblich auf den Angeklagten. Dr. Wachter beauftragte daraufhin Beamte der Polizeistationen in Eschwege und Hessisch Lichtenau mit der Suche nach dem Mann. Weil der nicht aufzufinden war, wurde die Verhandlung nach mehr als einstündiger Wartezeit beendet, bevor sie begonnen hatte. Der 22-Jährige wird jetzt mit Haftbefehl gesucht und soll dann im Gefängnis auf seine Verhandlung warten.

Dem Mann wird vorgeworfen, von seiner früheren Lebensgefährtin Geld verlangt zu haben. Er habe der heute 43 Jahre alten Frau zuvor eine Reise spendiert. Nachdem die Beziehung beendet war, habe er das Geld für den Urlaub zurück verlangt. Um dem Erpressungsversuch Nachdruck zu verleihen, habe er der Frau einen Karton mit einer enthaupteten Katze darin vor die Wohnung gestellt, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Auf einem beigelegten Zettel habe der Angeklagte seine Forderung wiederholt und der Frau die Frage gestellt, ob sie mehr derartiges sehen wolle.

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