Versuchter Trickbetrug an Senioren: Ein Jahr auf Bewährung für den „Geldboten“

Eschwege. Zu einem Jahr Haftstrafe auf Bewährung hat das Eschweger Schöffengericht gestern einen 30-jährigen Mann aus Bremen verurteilt. Er sollte als Bote am 14. Juli für eine Bande die Tasche von zwei Senioren aus der Kreisstadt vor der Sparkasse an der Friedrich-Wilhelm-Straße in Empfang nehmen. Die Hintermänner glaubten, dass sich darin 100 000 Euro in bar befinden. 

Eine Betrugsmasche ging voraus. Allerdings wurde die Polizei informiert und verhaftete den Angeklagten.

Amtsgerichtsdirektor Dr. Alexander Wachter erklärte in seiner Urteilsbegründung, dass sich der Täter der Beihilfe zum versuchten gewerbs- und bandenmäßigen Betrug schuldig gemacht habe. Da es nie zur Übergabe kam und der Angeklagte nicht die Fäden zog, eventuell sogar gar nicht wusste, was er abholt, fiel das Urteil trotz seiner vorangegangenen Bewährungsstrafen wegen Delikten wie Diebstahl, Drogenbesitz und Betrug so milde aus.

Die Geschädigten, eine 79 Jahre alte Frau und ihr Mann, der aus gesundheitlichen Gründen der Verhandlung fernblieb, wurden in den zwei Tagen zuvor mehrere Male angerufen. Es meldete sich jemand mit dem Namen „Polizeihauptkommissar Schulz“. Er erzählte dem Ehepaar, dass ihr Vermögen ins Visier einer Verbrecherbande geraten sei. Um dieses zu schützen, sollten sie es der vermeintlichen Polizei aushändigen. Die beiden Senioren sagten zu, meldeten sich aber auch bei der Eschweger Polizei, weil sie misstrauisch geworden waren.

Die Beamten organisierten mit dem Paar eine „Übergabe“ vor der Bank-Filiale. Die Frau und ihr Mann deponierten eine Tasche, in der sich nur Papier befand, unter einem Baum. Nach dauerhaftem telefonischen Kontakt mit den Auftraggebern, die parallel mit dem Ehepaar sprachen, trat der Angeklagte in Erscheinung und näherte sich. Dann schlug die Polizei zu. Seitdem saß der Täter in Untersuchungshaft. 

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