Fünf Verstöße gegen Hygiene in Lebensmittelfirmen 

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In fünf von 665 Lebensmittel verarbeitenden Betrieben im Kreis stelle das Veterinäramt fünf erhebliche Verstöße fest. 

Werra-Meißner. Hygienemängel in fünf von 665 kontrollierten, Lebensmittel verarbeitenden Betrieben musste das Veterinäramt des Kreises in den vergangenen zehn Monaten an das Verbraucherschutzministerium melden, um diese auf dem neuen Portal verbraucherfenster.hessen.de (Hintergrund) öffentlich zu machen. Einer der Betriebe musste laut Kreissprecher Jörg Klinge sogar kurzzeitig geschlossen werden.

Mängel werden nicht detailliert aufgelistet

Gemeldet wurden laut Klinge Fälle, in denen in „nicht nur unerheblichem Ausmaß oder wiederholt“ gegen das „Gesetz zum Schutz der Verbraucher vor Gesundheitsgefährdungen“ verstoßen wurde und ein Bußgeld von mindestens 350 Euro zu erwarten war. Bei der Veröffentlichung würden die Mängel nicht detailliert aufgelistet, sondern es werde versucht, „ein Gesamtbild der Verstöße zu vermitteln“. Erst, wenn das Bußgeldverfahren abgeschlossen und somit rechtskräftig sei, erfolge die Meldung an das Portal. Würden zulässige Grenzwerte, Höchstgehalte oder -mengen überschritten, erfolge die Meldung deutlich zeitnaher.

Betriebe werden unangekündigt kontrolliert

Die 1677 Betriebe im Kreis werden laut Klinge von drei Mitarbeitern unangekündigt kontrolliert – bis auf Kleinstbetriebe ohne feste Öffnungszeiten, wie Wildkammern. Bei Mängeln werde die Kontrollfrequenz angehoben bis diese abgestellt sind, wodurch die Intervalle stark variierten. Da auch Bußgeld und Beratung Einfluss hätten, sei schwer zu sagen, ob das Portal Wirkung zeige. Im Vergleich zu den Vorjahren sei die Zahl der festgestellten Mängel gleichbleibend.

Christian PelikanDehoga-Vorsitzender

Sei ein Gast verärgert, stehe dies sowieso sofort auf einer der vielen Bewertungsseiten im Netz, sagt Christian Pelikan. Der Vorsitzende der Dehoga Werra-Meißner hält den Ansatz des Ministeriums daher für falsch. „Wenn nicht jeder – geschult oder nicht, mit oder ohne Hygieneverständnis – einen gastronomischen Betrieb aufmachen könnte, hätten wir diese Probleme gar nicht erst.“ Der Kontrolleur nehme Betrieb und Waren in Augenschein und beanstande etwa eine beschädigte Fliese, sei jedoch nicht bei der Essenszubereitung dabei. „Das bringt den Verbraucher nicht weiter“, sagt Pelikan und erinnert an den Wilke-Wurst-Skandal. gsk

foto: Stefan Forbert

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