Viele Bürger trennen ihren Müll falsch

Werra-Meißner. In Sachen Mülltrennung nehmen es viele Menschen im Werra-Meißner-Kreis offenbar nicht mehr so genau, ergab eine Umfrage bei den heimischen Müllentsorgern. Sie stehen durch falsch gefüllte Mülltonnen zunehmend vor Problemen.

„Leider haben wir in den vergangenen Jahren festgestellt, dass Abfall deutlich weniger getrennt wird“, sagt Friedhelm Junghans, Vorsitzender des Zweckverbands Abfallwirtschaft Werra-Meißner (ZVA), der 13 Kommunen betreut. „Das zeigt sich nicht nur an vielen Störstoffen wie Plastiktüten oder Restmüll im Bioabfall, sondern häufig auch an Altpapiertonnen, in denen Dinge entsorgt werden, die da nicht hinein gehören.“ Auch Uwe Schäffer, Leiter des Baubetriebshofs in Eschwege, kennt das Problem: „Störstoffe behindern jede Verwertung und müssen aufwendig abgesondert werden.“

Die Müllwerker dürfen bei zu hohen Störstoffanteilen die Entleerung verweigern, betont Junghans. Der ZVA verstärkt derzeit die Kontrollen und verwarnt die Nutzer mit schriftlichen Hinweisen an der Tonne. In Eschwege musste man noch keine Biotonne stehen lassen, so Schäffer. Er erklärt sich das damit, dass in den Gärten im ländlichen Raum genug Grünschnitt anfalle. „In der Stadt kann der verfügbare Raum in der Biotonne „verführerischer“ sein.“

Dass die Bürger bewusst Müll sparen, können weder Schäffer noch Junghans bestätigen: Das Restmüll-Aufkommen sank im ZVA nur leicht, in Eschwege fast gar nicht. Nur in Witzenhausen reduzierte es sich von 1367 Tonnen (im Jahr 2012) auf 1260 Tonnen (2015).

Stattdessen versuchen viele Bürger, Kosten zu sparen, wenn sich die Müllgebühren im Identverfahren nach der Häufigkeit der Leerung richten: Tonnen würden bis zum Rand oder weiter gefüllt, der Müll hineingepresst, so Schäffer. Die Tonnen lassen sich dann schwer oder gar nicht leeren, vor allem wenn es friert. Die Müllwerker müssten den Inhalt losstochern.

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