Erinnerungen an die Kindheit geweckt

Herleshäuser feiern Gottesdienst am Werraufer

Die Besucher des Gottesdienstes in Herleshausen sitzen am Werra-Ufer.
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Herleshausen: Zahlreiche Besucher kamen zum Gottesdienst am Werraufer. Zufällig machten auch einige Kajakfahrer halt.

Am vergangenen Sonntag fand am Werrastrand in Herleshausen ein besonderer Gottesdienst statt, der mit 80 Teilnehmern überaus gut besucht war.

Pfarrer Dr. Manfred Gerland hatte die Zusammenkunft gemeinsam mit dem Angelverein Herleshausen vorbereitet. Bei der musikalischen Gestaltung wirkte der Posaunenchor Herleshausen mit. Erstmals kam auch eine Tambura, ein indisches Saiteninstrument, zum Einsatz.

Klaus Burgheim vom Angelverein erzählte, was ihn beim Angeln in der Werra fasziniert, aber auch, welche Sorgen sich viele Herleshäuser um den Fluss machen: „Er ist nicht gesund. Die immer noch erhebliche Versalzung und Überdüngung machen ihm zu schaffen.

Dennoch sind in den vergangenen Jahren viele Fische wieder zurückgekommen, die es vor 30 Jahren nicht mehr gab.“ Selbst der Biber habe wieder sein Revier und sei an den Ufern der Werra aktiv.

In der Predigt konzentrierte sich Pfarrer Manfred Gerland auf das übergeordnete Thema des Gottesdienstes: „Alles fließt – im Fluss des Lebens.“ Mit dem Gottesdienst gelang es, gerade bei den älteren Herleshäusern starke Heimatgefühle hervorzurufen. Viele verbinden Kindheitserinnerungen mit der Werra. Sie haben in ihr zum Beispiel das Schwimmen gelernt.

Der Fluss sei, so Pfarrer Gerland, ein starkes Symbol für das Leben, das uns immer wieder einlade, loszulassen und Neues zu empfangen. „Nichts bleibt, wie es ist, alles ist im Fluss: die Liebe, das Glück, der Glaube, das ganze Leben. Ständig kommt Neues auf uns zu“, so Gerland. Das sei manchmal schmerzlich, manchmal aber auch tröstlich.

Höhepunkt des Gottesdienstes war schließlich die Segnung der Werra. Einem alten orthodoxen Ritus folgend sprach der Pfarrer das Segensgebet und warf dabei ein Kreuz in den Fluss. Der Segen über dem Fluss möge auch die Menschen erreichen, die am und vom Fluss leben und möge alle vor Trockenheit und schädlicher Überschwemmung bewahren.

In den Fürbitten, die Peter Ackermann vom Angelverein vortrug, hieß es unter anderem: „Erleuchte und bewege alle, die vorrangig die wirtschaftliche Nutzung der Werra im Auge haben, damit sie Wege finden, die Versalzung und Überdüngung zu reduzieren und auch das Grundwasser nicht zu gefährden.“ Im Anschluss folgte ein kleines Beisammensein.

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