Für viele Kleinkinder fehlen Krippenplätze

Eschwege/Wanfried. In Eschwege fehlen für das kommende Kindergartenjahr ab August zwischen 20 und 30 Krippenplätze. Schon heute finden nicht alle Kinder im Alter unter drei Jahre, deren Eltern Bedarf angemeldet haben, einen Betreuungsplatz.

Die Tagesstätten führen Wartelisten, ähnlich sieht die Situation bei den lizenzierten Tagesmüttern und -vätern aus. In Wanfried steht man vor einem ähnlichen Problem.

„Wir arbeiten daran“, sagt Hartmut Adam, Leiter des Fachbereichs Familie und Soziales bei der Kreisstadt. Die Wartelisten sind viel länger, als im August Plätze frei werden. „Wir werden zusätzliche Betreuungsplätze schaffen müssen“, sagt Adam, auch wenn die aktuellen Fehlzahlen noch nach unten korrigiert werden könnten.

Vergleichbare Zahlen legen auch andere Kommunen vor – beispielsweise Wanfried. Bürgermeister Wilhelm Gebhard berichtet, dass im kommenden Jahr sehr wahrscheinlich eine zusätzliche Gruppe eröffnet werden muss, um den Andrang zu bewältigen. Vorher erhobene Bedarfszahlen seien nicht mehr verlässlich, sagt Bürgermeister Gebhard. Eltern seien mittlerweile eher bereit, auch ihr einjähriges Kind in die Krippe zu geben. Deswegen wird jetzt neu abgefragt, eine Arbeitsgruppe arbeitet an dem Problem.

Alexander Feiertag, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung bemängelt, dass die Kreisstadt-Verwaltung keine konkreten Zahlen vorlege. „Für das kommende Kindergartenjahr herrscht offenbar ein Durcheinander“, sagt Feiertag. „Wir werden von allen Seiten auf den Mangel angesprochen“, berichtet er.

„Ganz schwierig“, ergänzt Feiertags Fraktionskollege Karl Montag, „ist die Situation für Familien, die neu nach Eschwege ziehen.“ Die müssten sich hinten in die Wartelisten einreihen und hätten kaum Aussicht auf einen Betreuungsplatz.

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