Viele Milchvieh- und Schweinehalter hören auf

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Werra-Meißner. Die Zahl der kleinen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetriebe wird auch in diesem Jahr sinken. Gerade für viehhaltende Höfe sieht es derzeit schlecht aus, sagt Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Werra-Meißner.

 Er prognostiziert, das jeder siebte Milchkuhbauer, der nur einen kleinen Bestand und einen schuldenfreien Betrieb ohne Hofnachfolger hat, spätestens bis Anfang 2016 aufhört. Erst werde noch die eingelagerte Silage verfüttert, sagt Roth. 15 Prozent weniger Milchbauern bedeuteten in dem Fall aber höchstens eine Reduzierung der im Landkreis erzeugten Gesamtmilchmenge um fünf Prozent. Noch drastischer sieht es nach Einschätzung Roths bei den Mastschweinehaltern aus: Hier geht der Verbandsgeschäftsführer davon aus, dass jeder fünfte kleine Betriebe in diesem Jahr dicht macht. Grund für die Prognose sind die schlechten Preise. Für Milch gab es 2013 schon mal 39 Cent pro Liter, derzeit werden 28 Cent gezahlt, als über ein Drittel weniger. „Das ist nicht mehr kostendeckend“, sagt Roth, der die Schuld bei den preisdrückenden Discountern sieht. Und ab April fällt sogar die Milchquote weg, die die Menge etwas begrenzte. Das heißt, es kommt noch mehr Milch auf den Markt. Auch der Preis für Schweine ist im Keller, liegt derzeit bei 1,32 Euro pro Kilo – der niedrigste Preis seit 2008, so Roth. Ein Durchschnittsschwein (90 Kilo) bringt also weniger als 120 Euro. Als Grund dafür sieht er das Russland-Embargo und damit einen großen fehlenden Markt. Als Hoffnungsschimmer sieht der Geschäftsführer allerdings den chinesischen Markt. Die Nachfrage nach Milch und Mastschweinen dort sei sehr groß. Für den Liter Milch würden in China drei Euro gezahlt, sagt er. Deshalb hofft er für die heimischen Viehhalter, dass dieser neue Markt möglichst bald erobert wird. „Man ist dran“, weiß Roth.

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