Kreis-Verkehrswacht mahnt zur Vorsicht

Nach Zeitumstellung: Viele Wildunfälle in der Dämmerung

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Hier droht Gefahr: Wild wechselt vor allem in der Dämmerung von den Äsungsplätzen zurück in den Wald.

Witzenhausen. In der Nacht zu Sonntag wurden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Für den Menschen bedeutet das häufig Müdigkeit wegen der fehlenden Stunde, Wildtiere aber spüren keinerlei Auswirkungen und sind wie gewohnt besonders in der Dämmerung unterwegs.

In die fällt nach der Umstellung auch wieder der morgendliche Berufsverkehr. Die Kreis-Verkehrswacht, die Polizeidirektion Werra-Meißner und das Forstamt Hessisch Lichtenau warnen deshalb vor erhöhter Unfallgefahr.

Durch Bremsbereitschaft, angepasste Geschwindigkeit und genügend Abstand zum Vordermann können Wildunfälle vermieden werden, sagt Rüdiger Willich von der Polizei. Dennoch komme es immer wieder zu Unfällen: 2012 gab es 651 Wildunfälle im Werra-Meißner-Kreis, 2013 sei diese Zahl laut Willich aber gesunken. Unfallschwerpunkte gebe es zwischen Schwebda und Frieda, zwischen Sontra und der Bundesstraße 400, auf der Landesstraße zwischen Witzenhausen und Wendershausen und auf der Landesstraße zwischen Roßbach und Dohrenbach.

In der Dämmerung wechseln die Tiere vom Wald zu ihren Äsungsplätzen und zurück, erklärt Willich. Er hat dazu eine Erhebung gemacht und festgestellt, dass es im Landkreis morgens zwischen 5 und 6 Uhr und abends zwischen 21 und 23 Uhr besonders häufig zu Unfällen kommt. In der Frühjahrszeit sei das Wild zudem sehr aktiv, sagt Matthias Dumm vom Forstamt Hessisch Lichtenau. „Jetzt gibt es Revierkämpfe und einer vertreibt den anderen.“ Das ziehe sich bis in den Mai hinein.

Laut ADAC Hessen-Thüringen steigt die Anzahl der Wildunfälle nach der Umstellung auf die Sommerzeit um etwa 20 Prozent. Die Hinweisschilder auf Wildwechsel sollten deshalb unbedingt ernst genommen werden, mahnt Georg Morgenthal, Vorsitzender der Kreis-Verkehrswacht.

Von Sina Beutner

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