Viel los im heimischen Garten

Amsel, Drossel, Fink und Star sind zurück - Vögel beginnen jetzt mit der Brutzeit

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Luftkampf: Die Brutzeit steht bevor. Deshalb kämpfen diese beiden Stare erst mal um Weibchen und gute Nistplätze. Ein Großteil der Stare verlässt Nordeuropa wegen der milden Winter inzwischen gar nicht mehr, sondern überwintert hier. Große Schwärme sind nur noch selten zu beobachten.

Es ist der Lärm, den wir im Winter vermisst haben. Es jubiliert, trällert, zwitschert und zankt. Amsel, Drossel, Fink und Star sind zurück und bereiten sich auf die Brutzeit vor.

Lärm machen, balzen, Nest bauen – das sind die Aufgaben der Stunde, an denen sich in der Tierwelt trotz menschlicher Corona-Krise nichts geändert hat.

Schon Ende Februar gehören die Stare zu den frühesten Rückkehrern. Die Vögel beziehen zumeist im März ihre Nisthöhle, ab Anfang April brütet das Weibchen alleine. Zur Zeit sind große Schwärme mit 1000 bis zu 5000 Staren im Westerwald zu beobachten, die sich zum größten Teil auf dem Durchzug in die nördlich gelegenen Brutgebiete befinden. Ein Schauspiel, das allerdings auch hier in der Region immer seltener zu beobachten ist, sind die mehrere Tausend Vögel zählenden Schwärme an Zugvögeln, die im Frühjahr aus ihren Überwinterungsgebieten im Mittelmeerraum, Nordwestafrika und atlantischen Westeuropa zurückkehren.

„Die Stare waren in diesem Winter gar nicht richtig weg“, sagt der Eschweger Ornithologe, Wolfram Brauneis. „Die Winter sind so mild, dass ein Großteil der Tiere einfach hierbleibt.“ Die Vögel vertrügen bis zu zehn Grad Minus ganz gut, erst wenn Schnee fällt und ihre Futterplätze zudeckt, würden sie die Region verlassen. Das gelte auch für Vögel wie den Eisvogel oder die Wasseramsel, die bei der Nahrungssuche auf offenen Gewässer angewiesen sind.

Heute gibts Hummel: Der Hausrotschwanz, ein Gartenvogel, hat eine Mahlzeit im Schnabel.

„Große Schwärme mit einigen Tausend Vögeln, wie es sie noch vor 20 oder 30 Jahren gab, sind kaum noch zu sehen“, weiß Brauneis. „Das waren regelrechte Wolkenflüge damals.“ Wenn man heute noch größere Ansammlungen sehe, hätten die sich meist aus „kleinen Klubs“ zusammengetan. Brüten tun Stare allerdings nicht in Kolonien, sondern tolerieren nur einige wenige Paare in größerem Abstand.

Ein Star orientiert sich innerhalb des Schwarms an bis zu sieben Vögeln in seiner Umgebung. Er versucht immer, zu diesen Vögeln im Flug die gleiche Position einzuhalten. Dadurch kommt es zu synchronen, wellenförmigen Bewegungen des ganzen Schwarms.

Die einzelnen Stare sind so vor Angreifern aus der Luft besser geschützt, sodass es Greifvögel schwer haben, einen einzelnen Vogel zu fixieren. Stare sind sehr gesellige Tiere, die gerne in großen Trupps auftreten. Ganz anders verhalten sich Zugvögel wie beispielsweise der Mauersegler, der acht Monate im Jahr in Nordafrika lebt und lediglich für vier Monate in das nördliche Europa kommt, um zu brüten.

Tipps für den vogelfreundlichen Garten

Wer keinen „stummen Garten“ möchte, kann einiges tun, dass sich Vögel dort wohlfühlen und nisten. Einheimische Blumen, Stauden, Sträucher und Bäume locken Vögel mit ihrer großen Auswahl an Samen und Früchten. Außerdem leben auf ihnen viele Insekten, was die Insektenfresser freut. Wie vogelfreundlich heimische Pflanzen sind, lässt sich am Beispiel von Eberesche und Weißdorn ablesen: Man hat 63 Vogelarten gezählt, denen die roten Vogelbeeren schmecken. Ein vogelfreundlicher Garten zeichnet sich vor allem durch Vielfalt aus.

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