Tieren Schutz genommen

Vogelschutzbeauftragter beklagt: Feldholzinsel bis auf die Stümpfe heruntergeschnitten

Nur noch Stümpfe stehen: Willi Rehbein, Vogelschutzbeauftragter im Eschweger Stadtteil Niddawitzhausen beklagt den radikalen Rückschnitt der Feldholzinsel. Foto: Sagawe

Niddawitzhausen. Willi Rehbein ist entsetzt. Die Feldholzinsel zwischen Acker und Wirtschaftsweg ist bis auf die Stümpfe heruntergeschnitten. „Da stand noch bis vor wenigen Tagen eine vierzig Meter lange und vier Meter breite Hecke, die vielen Kleintieren Schutz geboten hat“, klagt der Vogelschutzbeauftragte.

Wenige hundert Meter außerhalb des Eschweger Stadtteils Niddawitzhausen hat der Pächter der landwirtschaftlichen Fläche Büsche, Sträucher und Bäume abgesägt. Dabei ergebe das doch gar keinen Sinn. Er habe den Landwirt darauf angesprochen, erzählt Rehbein. Der habe das als ein Versehen hingestellt. Ein Mitarbeiter sei damit beauftragt gewesen, die Büsche etwas zurückzuschneiden, und sei dann „deutlich über das Ziel hinausgeschossen“.

Landwirt Ulrich Hartmann aus dem Bad Sooden-Allendorfer Stadtteil Kleinvach bestätigt die Version Rehbeins. „Es tut mir Leid“, sagt er. Er habe seinen Mitarbeiter mit dem Rückschnitt beauftragt, weil Büsche und Bäume in den Weg und auf den angrenzenden Acker geragt hätten. „Aber er sollte die Hecke natürlich nicht komplett absägen.“

„Das ist jetzt passiert und nicht mehr zu ändern“, sagt Rehbein. Aber: „Wir müssen darauf hinweisen, dass das nicht in Ordnung ist, damit es nicht noch einmal passiert.“ Feldholzinseln seien enorm wichtig. Neuntöter, Dompfaff, Goldammer und viele andere Vögel, zählt Rehbein auf, seien besonders im Winter auf den Unterschlupf angewiesen. Aber auch andere Kleintiere würden Schutz vor Räubern suchen, Molche und Erdkröten beispielsweise.

Die Feldholzinsel störe am Rande des Ackers kaum und sei dabei so wichtig – gerade angesichts dessen, dass ehemals kleine landwirtschaftliche Flächen längst zusammengelegt sind zu viel größeren Einheiten. Einst vorhandene Wege seien inzwischen umgeackert, Bepflanzungen an den Rändern verschwunden. Diese Entwicklung nehme Wildtieren zunehmend Lebensraum. Feldholzinseln seien deswegen ganz besonders wichtig und notwendige Schutzzonen.

Jetzt hofft der Vogelschutzbeauftragte darauf, dass die Bäume und Sträucher im Frühjahr ausschlagen und die Feldholzinsel wieder dicht wächst.

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