Von den Toten lernen: Ausstellung echter menschlicher Körper in Eschwege

In Glasvitrinen ausgestellt: In den USA spenden jährlich 20 000 Menschen ihren Körper der Anatomie.

Echte Körper -- von den Toten lernen – das ist eine Wander-Ausstellung, die am 12. und 13. Oktober in Eschwege in der Jahnturnhalle am Stadtgraben 3 präsentiert wird.

Von 11 bis 18 Uhr kann an beiden Tagen die umfangreiche Sammlung von Exponaten besichtigt werden. Diese besteht aus konservierten menschlichen Körpern, Organen und Moulagen. Insgesamt umfasst die Ausstellung zirka 200 Ausstellungsstücke. „Wir stellen echte menschliche Körper aus und keine billigen Plastikimitate oder -puppen“, betont die Mitorganisatorin der Anatomie-Ausstellung, Samantha Weber.

Die Ausstellung bietee Schülern und Lehrern ein umfangreiches Bildungsangebot: Die anatomische Ausstellung befasse sich mit sämtlichen lehrplanrelevanten Themen der Klassenstufen sechs bis zwölf und leiste einen wesentlichen Beitrag zur Weiterbildung in medizinischen Berufen, sagt Weber.

Themenschwerpunkte seien Skelett, Gehirn und Nervensystem, Herz und Blutkreislauf, Verdauungssystem, Atemwege und Lunge, Bewegungsapparat, Geschlechtsorgane, Nieren und Harnwege und die Sinnesorgane. Darüber hinaus gebe es die Gelegenheit, sich ausführlich mit den Themen Organspende, Krebs, Aids, Alkohol und Nikotin auseinanderzusetzen. „Ausführliche Erklärungen, Multimediavorführungen und Lehrtafeln zu Themen des menschlichen Körpers dienen neben den Exponaten zur Weiterbildung“, sagt Samantha Weber. Die gezeigten plastinierten Exponate sind eine Leihgabe der Firma Corcoran Laboratories, Michigan (USA) – dem führenden amerikanischen Hersteller medizinischer Präparate für medizinische Fakultäten.

Die amerikanischen Körperspender haben zu Lebzeiten darüber verfügt, dass ihr Körper nach ihrem Ableben der Ausbildung von Medizinern sowie der Aufklärung von Laien zur Verfügung stehen soll. In den USA spenden jährlich etwa 20 000 Menschen ihre Körper der Anatomie. Die Würde der Toten werde auch weiterhin geachtet, indem alle Exponate in Glasvitrinen präsentiert werden.

Von Carolin Eberth

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