Teilnehmer des Ferienprojekts der Kreisjugendförderung begeistern das Publikum

Vorhang auf im Zirkuszelt

Spaß kommt nicht zu kurz: Neben den Zauberern und Artisten dürfen die Clowns natürlich nicht fehlen. Ohne Sprache, nur mit Pantomime, bringen die Mädchen das Publikum im vollbesetzten Kleinkunstzelt zum lachen. Fotos: Weber

Eschwege. Die achtjährige Paula hat kein bisschen Lampenfieber. Sagt sie. Das Kleinkunstzelt im Schlosspark ist voll besetzt mit Kindern, Eltern und Großeltern. Gleich wird Paula auf der Laufkugel balancieren und als Clown auftreten. Wirklich nicht aufgeregt? Paula schüttelt entschieden den Kopf: „Nein!“

Dann hebt sich der Vorhang für die 24 Teilnehmer am Zirkusprojekt „Fantasia“ der Kreisjugendförderung . Das Zirkusprojekt während der Sommerferien gibt es mittlerweile seit neun Jahren, und zum zweiten Mal können die Kinder ihre Show im Rahmen des Open Flairs präsentieren. Denn welch bessere Kulisse kann es geben, als ein richtiges Zirkuszelt? Das findet auch Armin Bahl, der das Projekt für die Kreisjugendförderung leitet.

„Als wir gestern zum ersten Mal hier geprobt haben, haben die Kinder große Augen gemacht, denn im Zelt entsteht sofort eine richtige Zirkus Atmosphäre“, sagt er. Erst recht dann, wenn das Zirkuszelt mit fast 500 Zuschauern voll besetzt ist. Da brandet der Applaus laut unter der Kuppel und trägt die jungen Akrobaten. Eine Menschenpyramide zu bauen wird plötzlich ganz einfach. Wie hochgehoben vom Jubel spüren die Mädchen und Jungen ungeahnte Kräfte in sich. Rad und Saltos schlagen, auf den Schultern der andere stehen, mit einem Mal ist das alles kein Problem. Genau dazu soll das Zirkusprojekt auch dienen. „In der Manege sollen die Jungen und Mädchen neue Fähigkeiten entdecken, sollen erfahren, was sie alles können und daraus Selbstvertrauen entwickeln“, sagt Armin Bahl. „Sie lernen als Artisten auch, sich aufeinander zu verlassen, denn die Kunsttücke funktionieren nur, wenn alle mitmachen.“ An Selbstvertrauen scheint es den jungen Fakiren allerdings gar nicht zu mangeln, wie sie so auf ihrem Nagelbrett liegen oder stehen. Paula balanciert auf der Laufkugel, freihändig, als hätte sie noch nie etwas anderes gemacht. Dabei hatten die Kinder nur fünf Tage Zeit, um im Jugenddorf Meißner zu üben. Ihre eigenen Ideen flossen dabei in die Aufführung mit ein.

Bilder vom Auftritt

Ein Zirkus voll Fantasie

Das Neue: Da der Werra-Meiner-Kreis Modellregion für Inklusion ist, hat die Kreisjugendförderung das Projekt in diesem Jahr für acht Teilnehmer mit einem Handicap ausgeschrieben. „Dabei hat sich gezeigt, dass die Kinder damit problemlos umgehen“, sagt Ilona Friedrich, Leiterin des Fachbereichs 4 Jugend, Familie, Senioren und Soziales des Werra-Meißner-Kreises. „Die Kinder haben sich gegenseitig geholfen und sich erklärt, was sie tun müssen. Vom Ergebnis, der Show, die sie hier zeigen, bin ich absolut begeistert.“

Von Kristin Weber

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