Vorsitzender tritt ab: Kulturbund vor dem Aus

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Die Jenaer Philharmoniker wurden vom Kulturbund für die Eschweger Stadthalle verpflichtet.

Eschwege. Dem Kulturbund Eschwege droht das Aus. Grund: Für den heutigen Vorstand finden sich keine Nachfolger. Sollte sich daran nichts ändern, wird während der Mitgliederversammlung am kommenden Dienstag voraussichtlich die Auflösung des Vereins beschlossen. Damit ginge in der Kreisstadt eine mehr als hundertjährige Tradition zu Ende.

 „Wir gehören zu den ältesten Kultur-Bürgerinitiativen in Hessen“, sagt Vorsitzender Johannes Loch. Seit 42 Jahren führt der 80-Jährige den Verein. „Ich habe nicht mehr die Kraft“, sagt Loch. Ein Nachfolger habe sich trotz intensivster Suche nicht gefunden. Das gelte auch für die übrigen Vorstandsmitglieder, die aus Altersgründen ebenfalls nur noch bedingt zur Verfügung stünden. Loch: „Der Kulturbund Eschwege befindet sich in der schwersten Krise seiner Geschichte.“ Für Dienstag nächster Woche hat Loch zu einer Mitgliederversammlung eingeladen. Auf der Tagesordnung steht die „Beschlussfassung über die Auflösung des Vereins“. Sollte dieser Beschluss tatsächlich gefasst werden, müsste er während einer zweiten Zusammenkunft im Abstand von vier Wochen bestätigt werden. Das Ende eines 170 Mitglieder zählenden Vereins wäre die Folge. Mit dem Aus des Kulturbundes würde aber nicht automatisch auch die lange Konzert-, Opern- und Theatertradition in Eschwege enden. „Wir haben Vorsorge getroffen, dass die Kulturbundveranstaltungen weiterlaufen“, kündigt Loch an. Es werde dann eine Konstruktion entwickelt mit dem Ziel, dass eine professionelle Veranstaltungsagentur unter dem Label „Kulturbund“ in der Kreisstadt weiter hochwertigen Kunstgenuss anbietet.

Von Harald Sagawe  

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