Internationaler Darm-Tag

Darmkrebs: Vorsorge kann Leben retten - Tipps vom Klinikums Werra-Meißner

Sie hilft dabei, eine mögliche Darmkrebs-Erkrankung zügig zu erkennen: die Darmspiegelung. Eine solche Behandlung wendet hier Dr. Samer Said (rechts) vom Klinikum Werra-Meißner an.
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Sie hilft dabei, eine mögliche Darmkrebs-Erkrankung zügig zu erkennen: die Darmspiegelung. Eine solche Behandlung wendet hier Dr. Samer Said (rechts) vom Klinikum Werra-Meißner an.

Weil Darmkrebs eine der verbreitetsten Erkrankungen in Deutschland ist, haben wir mit Dr. Samer Said, Chefarzt der Gastroenterologie am Klinikum Werra-Meißner, über die Vorsorge gesprochen.

Die Darmspiegelung

Die verlässlichste Möglichkeit der Vorsorge ist die Darmspiegelung. Dabei führt ein Arzt ein Endoskop durch das Rektum ein, um den Dünn- und den Dickdarm zu untersuchen. „Wenn wir Vorstufen von Krebs oder Polypen entdecken, können wir diese entfernen.

Zudem werden die Gewebeproben im Labor untersucht“, erklärt Dr. Said. Über die Jahre könnte sich aus so einem Befund Darmkrebs entwickeln. „Deswegen ist die Vorsorge so wichtig. Die Entwicklung kann bis zu zehn Jahre dauern. Wenn wir dies frühzeitig erkennen, verhindern wir eine sehr unangenehme Krebsbehandlung. Denn Symptome spürt man meistens erst sehr spät“, sagt Said.

Zudem sei die Darmspiegelung eine sehr schonende Untersuchung mit kaum Nebenwirkungen. „Man bekommt eine Spritze und schläft während der Untersuchung. Das einzig wirklich Unangenehme ist die Darmleerung mit Abführmittel vor der Untersuchung.“

Der richtige Zeitpunkt

Ab einem Alter von 50 Jahren steigt laut Said das Darmkrebs-Risiko an. Deswegen empfehlen Experten ab diesem Alter wenigstens alle zehn Jahre eine Untersuchung – die im Übrigen von den Krankenkassen gezahlt wird.

Dieser Untersuchungsrhythmus bezieht sich nur auf Symptom- und Befundfreiheit. Wird etwas gefunden bei der ersten Vorsorgeuntersuchung, etwa Polypen, dann wird schon nach weniger Jahren die nächste Darmspiegelung fällig.

Die Alarmzeichen

„Eine medizinische Abklärung sollte zeitnah erfolgen, wenn Blut im Stuhl auftaucht oder ein wechselhaftes Stuhlverhalten vorliegt – also das Schwanken zwischen Verstopfung und Durchfall“, erklärt der Arzt.

Stärker gefährdet seien auch diejenigen Menschen, bei denen Darmerkrankungen oder Darmkrebs in der Familie lägen, so der Arzt weiter.

Die Präventionsmöglichkeiten umfassen wie bei fast allen Krebserkrankungen Verzicht auf Rauchen, Reduzierung des Alkoholkonsums, gesunde Ernährung und Sport.

Die Behandlung

Sollte im schlimmsten Fall bei einem Patienten allerdings doch eine Krebserkrankung vorliegen, so hält beispielsweise das Klinikum Werra-Meißner alle Behandlungsformen wie die Chemotherapie und eine operative Entfernung in der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie vor.

In einem interdisziplinären so genannten Tumorboard würden laut Dr. Samer Said vom Klinikum Werra-Meißner dann die besten Behandlungsformen gesucht werden. (mmo)

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