Erste S-Lounge-Party der Sparkasse Eschwege

Vortrag über Sicherheit im Internet: Wenn Fremde die Kontrolle übernehmen

+
Knackte in Rekordzeit Nutzer-Konten eines Online-Shops: Referent Leon Klein.

Eschwege. Das Internet birgt viele Risiken – einige davon sind vor den Augen der Zuschauer in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse in Eschwege Realität geworden.

Online-Banking fernsteuern? Das Amazon-, Paypal- oder E-Bay-Konto missbrauchen? Alle beruflichen Daten verschlüsseln oder die Webcam anzapfen? Als Eröffnung der ersten S-Lounge-Party der Welt hielt Leon Klein von dem IT-Sicherheitsunternehmen 8com einen interaktiven Vortrag zum Thema Cyberkriminalität.

„Darf ich Sie vorstellen?“, begann Klein verwirrend seinen Vortrag. Ein Klick später taucht in der Kommandozeile auf dem riesigen Bildschirm eine Liste auf: Die Namen der Smartphones – und teilweise ihrer Besitzer – und der Name des jeweiligen privaten WLAN-Netzwerkes konnte der Fachmann mit Leichtigkeit von anwesenden Geräten auslesen.

Als sogenannter „Penetrationstester“ („Ein Job mit dem man an der Bar Eindruck machen kann.“) versucht er auftragsweise Geräte und Dienste auf Sicherheit zu prüfen. Er zeigte, wie einfach man eine Identität missbrauchen kann: Aus dem Publikum schnappte er sich zwei Handynummern und verschickte Nachrichten an diese, die jeweils von dem anderen zu kommen schienen – „Schlussmachen per SMS können also auch andere übernehmen“. Durch einen Programmierfehler in einem Online-Shop führte er live vor, wie er Kombinationen von E-Mail-Adresse und Passwort der Kunden auslesen konnte. Vollautomatisch probierte er diese nun auf unzähligen anderen Websites durch; bis zu 20 gültige Identitäten kamen pro Sekunde zum Vorschein, weil die Kennwörter mehrfach genutzt wurden. Auch eine Firewall umging er nur, indem ein Nutzer ein verseuchtes PDF-Dokument öffnete.

„Wir möchten die jungen Leute ansprechen und persönlichen Kontakt zu ihnen herstellen“, erklärt Bettina Strauß von der Sparkasse das Konzept der Party. Gerade IT-Risiken und wie man sich schützt, seien spannende Themen.

Nach dem Vortrag gab es ein Büffet, Musik mit und all-inclusive Getränke. „Das ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung – es geht hier um Spaß und nicht um Vertragsabschlüsse“, lobt Teilnehmer Tobias Kowol das Konzept. Sowohl Vortrag als auch das „Lounge-Feeling“ wurden gut angenommen: „Für den normalen Anwender war das ein beeindruckender Vortrag“, sagt Teilnehmer Michael Wiegand. „Spannend, geile Stimmung und unschlagbar preiswert“, lautet einstimmig das Feedback von Jugendlichen – nur etwas mehr Gäste seien wünschenswert gewesen. 

Von Lorenz Schöggl

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare