Diskussionskultur etablieren

Wählergemeinschaft Zukunft Ringgau hat sich gegründet

Gründer der Wählergemeinschaft Zukunft Ringgau (von links) Frank Buchenau, Juliane Wieditz und Udo Reinhardt.
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Sie wollen alten weißen Männern Paroli bieten: (von links) Frank Buchenau, Juliane Wieditz und Udo Reinhardt gehören zu den Gründern der Wählergemeinschaft „Zukunft Ringgau“.

Sie haben sich für eine Wählergemeinschaft und gegen eine Partei entschieden. Bisher 20 Männer und zehn Frauen aus beinahe allen Ringgauer Ortsteilen haben sich zur „Wählergemeinschaft Zukunft Ringgau“ (WZR) zusammengefunden. Zur Kommunalwahl im kommenden Frühjahr will das Bündnis antreten.

Ringgau - Wenn das Bündnis zur Kommunalwahantritt, hat es sich zum Ziel gesetzt, „festgefahrene Strukturen und alte Muster aufzubrechen“, so die 34-jährige Verwaltungsfachfrau Juliane Wieditz aus Grandenborn, die neben Udo Reinhardt und Frank Buchenau aus Röhrda, Patrick Hemmer und Julian Larbig zu den Gründern der WZR gehört.

„Der Wille zur Veränderung muss auch aus der Bevölkerung kommen.“

Juliane Wieditz

Es gehe darum, die Meinung der Bürger aufzunehmen und zu diskutieren, sagt Udo Reinhardt. Die Zeit, in der einer redet und die anderen schweigen oder nicken, müsse vorbei sein. „Wir wollen in Ringgau wieder eine Diskussionskultur etablieren“, sagt der Handwerksmeister. „Die Menschen hier sollen wieder mitreden, aber sich auch für die Gemeinde engagieren“, sagt Juliane Wieditz, „damit Ringgau für alle Generationen wieder lebens- und liebenswert wird“. Nur mosern sei zu wenig. „Der Wille zur Veränderung muss auch aus der Bevölkerung kommen“, sagt Juliane Wieditz.

Wählergemeinschaft konnte junge Menschen gewinnen - Frauen im Fokus

Mit diesem Ansatz haben die WZR-Aktiven vor allem auch junge Menschen gewinnen können, die Familien gründen und im Ringgau bleiben wollen. Das jüngste Mitglied ist 23, das älteste 70 Jahre alt.

„Wir haben bei der Suche nach Mitstreitern einen starken Fokus auf Frauen gelegt“, sagt Udo Reinhardt. Seit Frühjahr dieses Jahres gab es regelmäßige Treffen, bei denen Menschen aus dem Ringgau diskutiert haben, wo sie mit ihrem Bündnis hinwollen. Das Netzwerk, vor allem unter den Jüngeren, habe bei der  Akquise gut funktioniert und geholfen. „In Ringgau herrscht derzeit ein breiter Wille zur Veränderung“, beschreibt Udo Reinhardt die Stimmungslage in der Gemeinde.

Mitglieder aus allen Generationen und Berufsgruppen

Zugleich habe man geschaut, dass in der Wählergemeinschaft alle Generationen, aber auch unterschiedlichste Berufsgruppen gut abgebildet sind – zum einen für ein breites Meinungs- und Interessenspektrum, zum anderen, um für den Fall eines Wahlerfolges mit kompetenten Gemeindevertretern Einfluss auf die Geschicke des Ringgaus nehmen zu können

Seine geistigen Anfänge nahm das jetzt gegründete Bündnis während des Wahlkampfes zur Bürgermeisterwahl im vorigen Jahr. Viele der Aktiven gehörten seinerzeit zu den Unterstützern des jetzigen parteilosen Bürgermeisters Mario Hartmann, der Anfang September 2019 Klaus Fissmann (SPD) ablöste. „Wir fanden, dass wir ihn jetzt nicht allein dastehen lassen sollten“, sagt Udo Reinhardt.

Von Stefanie Salzmann

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