Während der Tropenhitze: Arbeiten bei minus 28 Grad

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Frieren am Arbeitsplatz: Roman Schindewolf kommt auch in diesen heißen Sommertagen an seinem Arbeitstag nicht ins Schwitzen. Minus 28 Grad Celsius zeigt das Thermometer in der Kühlkammer des Lebensmittelgroßhandels in Eschwege.

Eschwege. Wenn die meisten Menschen in diesen heißen Hochsommertagen am Arbeitsplatz gern einen Knopf mehr am Hemd öffnen, wirft Roman Schindewolf eine dicke Winterjacke über und zieht Fleecehandschuhe an, wenn er im Dienst ist. Knackige 28 Minusgrade misst das Thermometer an einem der kältesten Arbeitsplätze in Eschwege.

Roman Schindewolf arbeitet beim Lebensmittelgroßhandel SB Union in der Kreisstadt. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Betreuung der beiden Kühlkammern. Wenn ein Kunde Tiefkühlkost kaufen möchte, muss Schindewolf in die eisige Kälte - in diesen Tagen das reinste Vergnügen und eine sehr willkommene Abkühlung für den 43-Jährigen.

„Im Sommer ist das ja ganz angenehm“, sagt Schindewolf. Bei nasskalter Witterung im Herbst oder im Winter sei das auch anders. Fleisch, Fisch, Speiseeis, Obst und Gemüse werden in den beiden Kühlhäusern gelagert. Jeweils rund einhundert Palettenstellplätze finden in den riesigen Hallen Platz.

Eine stark isolierte Tür und eine flexible Temperaturschranke sorgen dafür, dass die Kälte drin und die Wärme draußen bleiben. Wenn bei den aktuellen Temperaturen die tägliche Lieferung ankommt, muss alles ganz schnell gehen. „Wir müssen peinlich genau auf die Einhaltung der Kühlkette achten“, erklärt Schichtleiterin Andrea Thiel. Die Temperatur der Ware wird unmittelbar vor der Entladung im Kühl-Lkw gemessen und dann gleich wieder, sobald sie in der Lagerhalle abgestellt wurde.

Damit mit der Kühlung nichts schiefgeht, hat das Großhandelsunternehmen ein Notstromaggregat. Das springt an, falls die öffentliche Stromversorgung einmal ausfällt. Geschieht das außerhalb der Geschäftszeiten, läuft zeitgleich beim Schichtleiter ein Alarm auf.

Temperaturkontrolle ist auch außerhalb der Tiefkühllager wichtig - gerade in diesen Sommertagen. Fleisch wird in Verkaufstheken angeboten, die auf konstant ein bis zwei Grad Celsius eingestellt sind. Obst und Gemüse werden bei elf Grad gelagert. In den Verkaufsräumen steigen die Temperaturen nicht über 20 oder 21 Grad.

Während die Eschweger in diesen Tagen im Büro schwitzen, sagt Andrea Thiel über ihren Arbeitsplatz: „Hier kann man einen Tag gut verbringen.“

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