Ein Schatz für die Ewigkeit

VW-Käfer-Cabriolet von Erwin Bödicker gewinnt WR-Wahl zum schönsten Oldtimer

So sehen Gewinner aus: Das VW Käfer Cabriolet aus dem Jahr 1974 mit seinem Besitzer Erwin Bödicker. Der einstige Star der Straßen hat sich bei unserem diesjährigen Oldtimerwettbewerb mit den meisten Leserstimmen den ersten Platz gesichert. Foto: Schöggl

Eschwege. Der Sieger steht fest: Das VW-Käfer-Cabriolet von Erwin Bödicker hat die meisten Stimmen der Werra-Rundschau-Leser auf sich vereint und die Wahl zum schönsten Oldtimer gewonnen. 

Ihn hegen und pflegen, streicheln und polieren, gelegentlich mal ausführen und nur den Fachmann Hand anlegen lassen: Einen wahren Schatz muss man gut bewahren, auch wenn er schon etwas in die Jahre gekommen ist – oder gerade dann. Der VW Käfer von Erwin Bödicker strahlt wie bei seiner Geburt und hat bei der Leserwahl unseres Oldtimerwettbewerbs nun den Höhepunkt seiner Karriere mit einem ersten Platz bei uns erreicht.

„Ich hatte schon immer einen Faible für Käfer“ erklärt der einstige Lokführer Erwin Bödicker. Anfang 2007 hat er seinen Traum wahr gemacht; seitdem parkt das Cabriolet in seiner Garage. Der 50 PS starke Vier-Zylinder hat rund 1,6 Liter Hubraum und ist eine der letzten Luxus-Sport-Varianten des Modells 1303, das in Wolfsburg produziert wurde. 1974 in Hannover zugelassen hat sich der Oldtimer über Kassel seinen Weg nach Eschwege gebahnt und ist nach circa sechs Vorbesitzern ein stolzer Dietemann.

Noch heute wird der einstige „Volkswagen“ aus dem Westen Deutschlands als Idol der Straßen geschätzt. Mit einem Verbrauch von bis zu dreizehn Litern auf 100 Kilometer ist er dagegen zwar kein Vorzeigewagen der Wolfsburger mehr, hat aber damals schon sicher auf Benzin als Treibstoff gesetzt.

Erwin Bödickers Käfer fährt inzwischen keine langen Strecken mehr und braucht auch keine Winterreifen: Falls er nicht auf Oldtimerausstellungen unterwegs ist, freut er sich über ein nettes Lächeln, wenn man ihm bei einer Sonntagsfahrt begegnet oder gibt seine Fahrfreude bei Hochzeitsfahrten weiter.

„Es war nicht leicht, aber schön“, ist Erwin Bödickers Fazit, als er seinen Schatz endlich als offiziellen Oldtimer kennzeichnet. Dieser Status bedeutet für einen Wagen mehr als nur ein Nummernschild mit einem ‘H’ am Ende. Er ist eine Ehre, die man mit Stolz trägt: Mindestens dreißig Jahre muss der Wagen schon unterwegs sein und durch Gutachten beweisen, dass er weitgehend aus originalen Bauteilen besteht. Eine Prüfung, die der 130 Kilometer pro Stunde schnelle Käfer mit Bravour bestanden hat.

Bödickers erste Gedanken, als sein Cabriolet bei einer Sonntagsfahrt plötzlich einen Stoß von hinten bekam, können wir zwar nicht abdrucken, aber fest steht, diesen Moment vergisst er nicht so schnell. Bei einem Auffahrunfall musste der geliebte Käfer vor kurzem zum ersten Mal einiges an Schaden wegstecken, denn dabei wurde auch das Herz des Oldtimers, welches im Heck sitzt, beschädigt: Die Motorwelle hat einen tödlichen Schlag abbekommen. Da sich die Ersatzteilbeschaffung als schwierig erweist, heißt es nun Daumendrücken, dass der angeforderte Ersatz-Motor unseren Gewinner bald wieder fahrtüchtig macht.

Von Lorenz Schöggl

27 Autos standen zur Wahl

Während der Sommerferien konnten uns die Leser aus dem Werra-Meißner-Kreis Fotos von ihren Autos schicken, die mindestens 25 Jahre alt sind. Die sogenannten Old- und Youngtimer wurden nach den Ferien zur Wahl gestellt. Per Postkarte, per E-Mail und auf unserer Internetseite haben die Leser abgestimm, welches Fahrzeug ihnen am besten gefällt. Jede Abstimmungsart wurde einzeln gewertet, daraus ergab sich das Gesamtergebnis: 

1. Erwin Bödicker, VW Käfer Cabrio, Bj. 1974 (55 Punkte)

2. Thomas Holzapfel, Mercedes 170 DS, Bj. 1953 (40 Punkte)

3. Marco Zölfl, Ford Capri III GT, Bj. 1980 (39 Punkte)

4. Andreas Bührmann, Ford Capri, Bj. 1981 (34 Punkte) 

5. Armin Langlotz, NSU Prinz, Bj. 1964 (29 Punkte) 

Das WR-Überraschungspaket hat Eveline Pitsch aus Wanfried gewonnen.

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