Wald wird zur Rennpiste: Motocross-Fahrer auf Wanderwegen unterwegs

Marco LenarduzziGeo-Naturpark

Im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land wächst die Sorge, dass illegale Motocross -Fahrer auf Wald- und Wanderwegen ihr Unwesen treiben.

In den vergangenen Tagen kam es zu mehreren Sichtungen und Meldungen von Motorrädern im Wald auf dem P4 bei Hitzelrode und an der Graburg, berichtet Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer des Geo-Naturparks. Dazu der aktuelle Fall am Lotzenkopf. Er plädiert dafür, die Fahrer zur Rechenschaft zu ziehen und setzt auf die Mithilfe aus der Bevölkerung.

Lenarduzzi bezeichnet die Fahrten durch den Wald nicht nur als „Ärgernis“, sondern als regelrechte „Frechheit“ und eine „Missachtung der Natur“. Wildkatzen würden beispielsweise erheblich gestört werden. Außerdem sei aktuell Brut- und Setzzeit bei den Waldtieren. Die Jungen kommen zur Welt und sind von den Eltern abhängig. Laute Motorengeschräusche würden die Aufzucht durcheinanderbringen.

Gerade jetzt, wo viele Menschen im Wald zur Erholung unterwegs sind, kommt es schnell zu Konflikten auf den Wanderwegen. Zudem interlassen die grobstolligen Motorradreifen Beschädigungen auf dem sensiblen Waldboden und den Wanderwegen. „Besonders gerne werden die von uns angelegten Treppen als Hindernisse genutzt“, sagt Lenarduzzi. Auch Quads wurden bereits in den Wäldern beobachtet.

Außerdem ist das Fahren im Wald illegal. Nach Hessischem Waldgesetz bedarf es der Zustimmung des Waldbesitzers. Im Landeswald ist es verboten. Wer ohne Erlaubnis mit Motorrad oder Quad durch den Wald rauscht, dem drohen empfindliche Konsequenzen – meist Geldstrafen.

Zur Rechenschaft werden die Täter in den seltensten Fällen sofort gezogen. Sie tragen Helme, haben ihr Kennzeichen abgeschraubt, umgeknickt oder mit Schlamm unkenntlich gemacht. Lenarduzzi setzt auf die Hilfe von Waldbesuchern und Anwohnern. „Wir sind auf Hinweise angewiesen, um die Fahrer ausfindig zu machen.“ Oft würden die Motorräder mit Anhängern gebracht werden. Wer etwas sieht, könne sich bei der Polizei melden. Auch Fotos helfen. Dabei solle man sich selbst nicht in Gefahr begeben. „Auf keinen Fall sollte man sich den Motorradfahrern im Wald in den Weg stellen“, sagt Lenarduzzi, der selbst schon Gespräche mit Motocross-Fahrern geführt hat. „Wir haben uns 20 Minuten sachlich unterhalten – mit Helm. Lenarduzzi ist überzeugt, dass die Täter früher oder später gefasst würden.

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