Nach elf Jahren

Waldorfschule Werra-Meißner trennt sich von ihren Eseln Mimi und Merle

Werden vor allem von den Anwohnern vermisst: Die beiden Schulesel der Waldorfschule an der Eisenbahnstraße in Eschwege suchen ein neues und dauerhaftes Zuhause.  
Archiv
+
Werden vor allem von den Anwohnern vermisst: Die beiden Schulesel der Waldorfschule an der Eisenbahnstraße in Eschwege suchen ein neues und dauerhaftes Zuhause.

Nach beinahe elf Jahren gemeinsamer Zeit hat sich die Waldorfschule in Eschwege von ihren Eseln Mimi und Merle getrennt. Beide hatten durch öffentliche Auftritte eine gewisse Bekanntheit erreicht

Eschwege - Die Entscheidung, die Tiere wegzugeben, hat der Vorstand des Vereins für Waldorfpädagogik getroffen und die Schulgemeinde schriftlich davon informiert. Zu dem der Entscheidung vorausgegangenen Prozess wollen sich weder Vorstand noch die Geschäftsleitung der Schule äußern.

Seit längerer Zeit schon habe die notwendige Pflege der Tiere nicht mehr so geleistet werden können, wie sie nötig gewesen wäre, heißt es in dem Brief des Vorstandes an die Eltern. Auch Unternehmungen mit den Eseln seien nur noch unter schwierigen Umständen zu leisten gewesen. Vor allem mit dem ersten Lockdown im Frühjahr, als die Schule wie alle anderen Bildungseinrichtungen für Monate schließen musste, seien die Umstände einer artgerechten Haltung für Mimi und Merle ungenügend geworden.

Die beiden Esel hatten auf dem Gelände der Schule an der Eisenbahnstraße einen großen Freilauf und Unterstand, gehörten zum Alltag vor allem der Grundschulkinder, deren Schulhaus sich dort befindet. Kinder erwarben mit Mimi und Merle ihren Eselführerschein, unternahmen Eselwanderungen und die Tiere fungierten als integraler Bestandteil des Schulkonzeptes „Erlebt, erlernt.“ Zugleich waren die Tiere ein Werbeträger der Waldorfschule – ob bei Umzügen, Veranstaltungen, Märkten oder dem bundesweiten Vorlesetag.

Die Pflege der Tiere hatten morgens jeweils einen Tag pro Woche die Unterstufenklassen und der Waldorfkindergarten übernommen, dazu gehörte auch der Auslauf der Tiere. Am Nachmittag hatte ein Erzieher der Nachmittagsbetreuung für die beiden Esel gesorgt. Die Pflege am Wochenende hatten sich Eltern nach Absprache geteilt. Doch auch das habe sich immer schwieriger gestaltet. „Die Euphorie der ersten Jahre war vorbei“, sagt eine Mutter der Schule.

Aber auch die Anwohner im näheren Umfeld der Eschweger Waldorfschule liebten die Esel. „Wir vermissen Mimi und Merle sehr“, sagt eine junge Mutter aus der Nebenstraße, die die Esel regelmäßig mit ihrem kleinen Sohn besucht hatte. Besonders jetzt in Coronazeiten sei ein Besuch der beiden Esel immer ein super Ausflugsziel gewesen.

Mimi und Merle sind bereits seit einiger Zeit in einer größeren Eselherde auf dem Gut Mönchhof in der Gemeinde Meißner untergebracht, gesucht wird aber ein dauerhaftes und neues Zuhause für die beiden freundlichen Grautiere. (Stefanie Salzmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare