Vom Ergebnis der Grünen hängt die Zukunft der Kreisregierung ab

Nach der Wahl: Wallmanns Stuhl wackelt

Werra-Meißner. Die Grünen verlieren Stimmen, die Wählergemeinschaften gewinnen dazu. Das sind die wesentlichen Ergebnisse der Kommunalwahl im Kreis, nachdem acht von 16 Gemeindewahlen ausgezählt sind und für den Kreistag weiterhin ein Trend vorliegt.

Demnach könnte es für eine weitere rot-grüne Mehrheit im Kreistag eng werden. Bündnis90/Die Grünen kommen bislang auf fünf Sitze, die SPD auf 26. Damit hätte die bisherige Regierungskoalition von SPD und Grünen im 61 Sitze zählenden Kreistag mit 31 nur noch einen dünnen Vorsprung. Sollte der Vorsprung für die Rot-grün nicht reichen, könnte dem Ersten Kreisbeigeordneten Rainer Wallmann das gleiche Schicksal wie seinem Vorgänger Henry Thiele (FDP) drohen, von den neuen Mehrheiten vorzeitig abgewählt zu werden. Bei der Kommunalwahl 2011 hatten sich die meisten Trendergebnisse nach Auszählung auch aller kumulierten und panaschierten Stimmzettel als sehr aussagekräftig herausgestellt. Es gab Abweichungen zwischen 0,1 bis 1,0 Prozentpunkten.

In Eschwege gab es in des einen Wechsel in der Kategorie „stärkste Fraktion“. Diesen Titel beansprucht jetzt die CDU, die jetzt einem ungeschriebenen Gesetz nach auch den Stadtverordnetenvorsteher stellen könnte, wenn sie eine Mehrheit bilden kann. In der Kreisstadt bekommen die Christdemokraten auf 15 der 37 Sitze. Die SPD erreicht 13 Mandate. Drittstärkste Kraft wird die FWG mit drei Sitzen. Linke, Grüne und FDP holten jeweils zwei Mandate.

Nichts geändert hat sich hingegen in Wanfried und Ringgau. Die CDU in Wanfried gewinnt leicht hinzu und hält mit 55 % weiterhin die absolute Mehrheit (SPD 40,1 %, FDP 4,9 %). Nirgends hat die CDU in Nordhessen ein besseres Ergebnis eingefahren. Im Ringgau ist die SPD stärkste Fraktion (44,2 %, ÜWG 32,4 %, CDU 23,4 %).

Anders sieht das in der Gemeinde Meißner aus: Hier hat die SPD (56,5 %) noch einmal leicht dazugewonnen und bleibt mit 13 Sitzen stärkste Kraft, die ÜWG muss einen Sitz an die CDU abgeben, die künftig sechs haben wird. Für die ÜWG bleiben vier. Eine Patt-Situation ergibt sich in Berkatal. CDU, SPD und ÜWG holen jeweils fünf Sitze. In Waldkappel muss die SPD 6,5 % Verlust hinnehmen, die ÜWG gewinnt 7,6 % dazu (CDU 30,7 %, GAL 7,4 %). In Sontra hat die SPD die absolute Mehrheit verteidigt. 58,1 % bedeuten das deutlichste Ergebnis für die Sozialdemokraten im gesamten Werra-Meißner-Kreis. Die CDU kommt auf 28,3 %, die Bürgerliste für Sontra auf 10,4 % und die Grünen auf 3,2 %. In Wehretal gab es nur geringfügige Veränderungen. Die SPD kommt auf 53%, FWG auf 26,2 %, die CDU auf 15,9 %, FDP 4,7 %. (sff/hs/ts)

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