Wanderparkplätze sind dicht: Bürgermeister von Meinhard und Eschwege verteidigen Maßnahmen

Parken verboten: Der Wanderparkplatz im Meinharder Ortsteil Neuerode, von dem aus ein Zugang zum P4 führt, ist für Autofahrer gesperrt. Die parken stattdessen im Ort und kassieren Knöllchen. Foto: Stefanie Salzmann

Die Sperrung von Wanderparkplätzen und öffentlichen Parkplätzen am Werratalsee durch die Kommunen Meinhard und Eschwege wird von den Bürgermeistern Gerhold Brill und Alexander Heppe verteidigt.

Meinhard hat wegen der Corona-Pandemie sämtliche Wanderparkplätze, darunter in Hitzelrode und Neuerode, gesperrt, die Stadt Eschwege die Parkplätze am Nord- und Südufer des Werratalsees.

In Hitzelrode ist nicht nur der Wanderparkplatz dicht, sondern auch Seitenstreifen im und vor dem Dorf teilweise mit Flatterband abgesperrt. Wanderwillige seien bei der Parkplatzsuche fotografiert worden, und hätten an die Autoscheiben Abmahnungen des Ordnungsamtes erhalten, beschreibt Rüdiger Pütz die Situation am vorigen Wochenende.

Regelrecht grimmig reagiert Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill auf die Kritik an der Entscheidung, ein Bürger hatte sogar eine Eingabe an die Gemeindeverwaltung gemacht. „Jetzt muss man sich schon verteidigen, wenn man Vorsichtsmaßnahmen trifft“, schimpft Brill. „Ich habe den Eindruck, die Leute haben immer noch nicht kapiert, in welcher Gefahr wir uns im Moment befinden.“ Die Sperrung der Wanderparkplätze solle, so Brill, verhindern, dass sie dort größere Menschenansammlungen bilden. „Die P-Wege sind nur 1,50 Meter breit, das reicht nicht aus, um Abstand zu halten. Dann gehen die Leute in den Wald und das sollen sie nicht“, so der Bürgermeister. Außerdem zeige sich anhand der Autokennzeichen, dass Ausflügler aus dem Eichsfeld, Göttingen und Kassel anreisen. „Es gilt nach wie vor: Bleibt zu Hause und setzt euch nicht ins Auto und fahrt durch halb Nordhessen.“.

Auch Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe verteidigt die Entscheidung, am See zu sperren – vor allem, nachdem sich gezeigt hat, wie viele Menschen bei schönem Wetter am See unterwegs sind. „Wir wollen durch die Sperrung in erster Linie den Anreiz wegnehmen, dass sich dort zu viele Menschen sammeln, zumal viele aus dem weiteren Umfeld kommen“, sagt er. Die einheimische Bevölkerung finde auch ohne Auto Möglichkeiten, an den See zu gelangen. In den Gemeinden Ringgau und Wehretal wurden keine Parkplätze gesperrt, bestätigen beide Bürgermeister Mario Hartmann und Timo Friedrich.

„Als unproblematisch“ betrachtet auch der Chef des Naturparks Frau Holle-Land, Marco Lenarduzzi, die Wanderer, obgleich er einräumt, dass vor allem am vergangenen Wochenende auf dem Hohen Meißner sehr viele Menschen unterwegs waren. „Auf den Wanderwegen kann man ausreichend Abstand halten, die Wanderer verteilen sich gut“, sagt Lenarduzzi. „Die P-Wege sind sehr weitläufig.“ Man müsse auch sehen, dass die Menschen derzeit nicht in den Urlaub fahren können und deshalb wandern gehen. Die Leute gingen auch trotz gesperrter Parkplätze in den Wald. Lenarduzzi verweist auf die Mohnblüte. „Ob wir wollen oder nicht, der Mohn wird blühen.“

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