Wilder Müll nimmt zu: Am Wanderweg P3 wurden mehr als 20 Säcke entsorgt

Hat in den vergangenen Wochen drastisch zugenommen: Wilder Müll wie hier am Premiumwanderweg 3 zwischen Oberdünzebach und Niederdünzebach ist leider keine Seltenheit. Foto: privat/NH

Die Mitarbeiter des Eschweger Bauhofs müssen immer wieder ausrücken, um Müll wegzuräumen, der in der Landschaft illegal entsorgt wurde. 

 „Niemand geht tief in den Wald, um da seinen Müll auszuladen“, weiß Uwe Schäffer, Leiter des Baubetriebshofs Eschwege, aus Erfahrung. Und so verwunderte es ihn auch nicht weiter, als den Bauhof die Meldung eines Bürgers erreichte, dass dieser vergangenes Wochenende am Premiumweg P3 zwischen Ober- und Niederdünzebach einen großen Müllhaufen entdeckt hatte. „Es sind immer Stellen, die zwar nicht gut einsehbar, dafür aber mit dem Auto gut erreichbar sind“, sagt Schäffer weiter – und genau das trifft auf die Fundstelle zu. Dort lagen über 20 Säcke, gefüllt mit Hausmüll sowie etwas Sperrmüll.

Keine Seltenheit für Uwe Schäffer und sein Team, die allein an den ersten beiden Tagen dieser Woche für zehn ähnliche Fälle ausgerückt sind. „Und dabei muss man wissen, dass unsere Straßenreinigung eh immer Ausschau nach wildem Müll hält und aufräumt, wo sie kann.“

Unter wildem Müll wird alles zusammengefasst, was illegal in der Natur entsorgt wurde. Fälle dieser Art haben sich laut Uwe Schäffer seit der Kontaktsperre in Eschwege und Umgebung gehäuft. „Wir mussten in den vergangenen Wochen eine drastische Zunahme an illegaler Müllentsorgung feststellen.“ Meistens handelt es sich dabei um Hausmüllreste, aber auch erkennbare Überbleibsel von Renovierungsarbeiten. Dies legt die Vermutung nahe, dass viele Menschen gerade ihre Zeit Zuhause zum Aufräumen und Umbauen nutzen, manche den letzten Schritt, nämlich den der ordentlichen Entsorgung, dann aber lieber umgehen. Das bestätigt Uwe Schäffer: „Wir versuchen, wo es geht, den Verursacher festzustellen und bringen es dann auch zur Anzeige. Dabei ist mit einem Bußgeld zu rechnen.“

Ein Grund für das Vermüllen ist neben Gedankenlosigkeit auch Bequemlichkeit sowie Geld. Wer eine volle Tonne hat, muss für jede weitere Entsorgung zahlen. An Möglichkeiten hierfür mangelt es aber nicht, wie Schäffer berichtet. So können Bürger je nach Müllart diesen direkt zur Deponie nach Weidenhausen bringen, den Eschweger Baubetriebshof aufsuchen oder auch extra Müllsäcke für Restmüll kaufen. „Das erfordert natürlich etwas Engagement und manche stellen lieber unter dem Deckmäntelchen der Entsorgung ihren Müll neben den Altglas- oder Altkleidercontainer“, so Schäffer, der auch hier eine deutliche Zunahme an Vermüllung beobachtet.

Wer auf eine vermüllte Stelle trifft, kann dies bei der jeweiligen Stadt oder Gemeinde melden. „Wir freuen uns über Bilder, auf denen noch etwas von der Landschaft drumherum zu erkennen ist, das hilft uns bei der Zuordnung. Am besten sind natürlich Geodaten“, sagt Schäffer. In Eschwege nimmt der Baubetriebshofs Meldungen per E-Mail unter bbh@baubetriebshof-eschwege.de an sowie telefonisch unter 0 56 51/22 93 90.

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