Schnee lässt in der Region weiter auf sich warten

Wann wird’s mal wieder richtig Winter?

Nur von kurzer Dauer: die weiße Pracht auf dem Hohen Meißner im Dezember. Die geschlossene Schneedecke lässt weiter auf sich warten. Archivfoto: Peter Kerst

Werra-Meißner. Dieser Winter fühlt sich an wie ein unangenehmer Spätherbst. Tagelanger Dauerregen, trübe Tage und sogar Sturmböen zu Jahresbeginn.

Aber müssen wir uns wirklich daran gewöhnen? Hobbymeteorologe Torsten Rost aus Eltmannshausen beantwortet die wichtigsten Fragen.


Wird im Werra-Meißner-Kreis im Januar noch Schnee fallen?

Für den ganzen Januar sei eine Prognose schwierig, sagt Torsten Rost, seit 30 Jahren versiert in allen Fragen rund um Wetter- und Klimageschehen. Seriös sei eine Prognose für die kommenden fünf Tage – und da sei der ersehnte knackig-kalte Bilderbuchwinter mit Pulverschnee leider noch immer nicht in Sicht. Allerdings: Bis zum Wochenende sei mit Schneefällen zumindest in den Höhenlagen des Ringgaus und des Hohen Meißners zu rechnen.

Und wie sieht die Lage in den Tälern aus?

Die Woche habe aus Wettersicht einiges zu bieten, sagt der Hobbymeteorologe aus Eltmannshausen, der auch private Wetterdienste mit Daten aus dem Kreis beliefert. Der Wind nimmt zu, die Temperaturen sinken, und insbesondere am Donnerstag ist mit einer Sturmlage zu rechnen. „Da dies aber ein sehr dynamischer Vorgang ist, ist die Intensität der Windböen, die über den Kreis fegen, noch nicht genau vorhersagbar“, sagt Torsten Rost.

Verklären wir den Winter etwa – oder ist das aktuelle Januar-Wetter eine unrühmliche Ausnahme?

Denken wir an Winter, dann denken wir auch an Rodeln und Schneemannbauen – allerdings ist die Realität oft anders und „die aktuelle Wetterlage für einen Januar keineswegs unnormal“, sagt der Eltmannshäuser. Klirrend klare Kälte und geschlossene Schneedecke seien für unsere Breitengrade sogar eher die Ausnahme. Und so werden wir auch in den kommenden Tagen nicht das bekommen, was landläufig unter Winter verstanden wird – aber zumindest nachts ist Bodenfrost möglich.

Welches Wetterphänomen liegt der aktuellen Lage zugrunde?

Der Werra-Meißner-Kreis liegt unter dem Einfluss atlantischer Tiefdruckgebiete. Angefacht wird die aktuelle Entwicklung zusätzlich durch eisige Luft, die über Nordamerika strömt. „Über dem Atlantik liegt die Wetterküche Europas, weil dort eisige Luft aus dem Norden auf wärmere Luft über dem Wasser trifft und die Tiefdruckproduktion in Gang setzt“, erklärt Torsten Rost.

Aufgrund der Temperaturunterschiede entstehen in rascher Folge Tiefdruck-Systeme, die über den Atlantik nach Europa kommen und dann über den Kreis hinwegrauschen. Weil mit den Tiefdrucksystemen die warme Luft über dem Atlantik bis weit nach Europa hineinströmt, ist es jetzt gerade so mild – und regnerisch.

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