Dr. Lohmeier: Zusätzliche Belastungen schädlich für Unternehmen

IHK warnt vor höheren Gewerbesteuersätzen

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Werra-Meißner. Dr. Walter Lohmeier, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg, warnt die Kommunen vor weiteren Erhöhungen des Gewerbesteuerhebesatzes. „Das ist ein hochsensibles Thema für die Unternehmen“, sagt Dr. Lohmeier im Interview mit unserer Zeitung, „ich kann nur davor warnen, die Erhöhung der Hebesätze anzugehen.“

Derartige Pläne würden auf die schroffe und deutliche Ablehnung der IHK stoßen. „Die Kommunen sollten mit der Wirtschaft darüber reden“, so Lohmeier, „aber: Je weniger wir über dieses Thema reden müssen, umso besser.“ Vor dem Hintergrund steigender kommunaler Ausgaben infolge der Schutzschirmverträge, wachsender Finanzknappheit bei den Städten und Gemeinden und der daraus resultierenden Suche nach höheren Einnahmen hatten zuletzt zahlreiche Kommunen auch im Werra-Meißner-Kreis die Gewerbesteuerhebesätze nach oben korrigiert.

Dr. Lohmeier weist darauf hin, dass die Einnahmen aus der Gewerbesteuer Rekordergebnisse eingefahren hätten. Als Beispiel dafür nennt er die Kreisstadt Eschwege. Und diese höheren Einnahmen könnten erzielt werden, weil die Unternehmen hohe Einnahmen erwirtschaften. Weitere Belastungen, beispielsweise durch höhere Hebesätze, seien schädlich.

Weiteres Potenzial zur wirtschaftlichen Entwicklung des Werra-Meißner-Kreises sieht der IHK-Hauptgeschäftsführer im Tourismus. „Die Region ist nicht hoch spektakulär, aber sie ist hoch attraktiv“, so Dr. Lohmeier. Es gebe viele Optionen für einen abwechslungsreichen Urlaub. Und nach ihrer Fertigstellung könnte die Autobahn 44 den Wirtschaftsraum stärken – nicht unbedingt durch neue Gewerbeansiedlungen, sondern vielmehr, weil „die Zahl der Auspendler aus dem Werra-Meißner-Kreis größer wird, wenn Arbeitsplätze schneller erreichbar sind“.

Von Harald Sagawe

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