Waschbären werden zum Problem für die Natur

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Werra-Meißner. Die Population der Waschbären im Werra-Meißner-Kreis hat sich in den vergangenen 15 Jahren dramatisch erhöht. Seit 1997 ist die Anzahl der erlegten Tiere um das 250-fache gestiegen.

Das geht aus einer Statistik der Jagdbehörde hervor, die der Jagdverein Hubertus Eschwege jetzt veröffentlicht hat. Die Population wachse ständig weiter.

In der Jagdsaison 1996/1997 haben die Jäger im Kreis gerade einmal elf Tiere erlegt. Im vergangenen Jahr waren es 2728. Die Jäger konzentrieren sich derzeit vermehrt auf die Jagd nach Waschbären, um einem Ungleichgewicht in der Natur entgegenzuwirken. Waschbären stammen ursprünglich aus Nordamerika und haben sich in den vergangenen Jahrzehnten rasend schnell verbreitet und zerstören auch Gelege und Amphibien-Bestände. Die Kleinbären besiedeln nicht mehr nur die Wälder, sondern sind längst auch in der Feldflur anzutreffen. Besonders problematisch ist das Vordringen der Waschbären in von Menschen besiedelte Gebiete der Region. „Dörfer und Städte bieten alles, was die Waschbären brauchen im Überfluss“, sagt Rainer Stelzner, Vorsitzender des Jagdvereins Hubertus Eschwege. Nahrung gibt es reichlich in Gärten, auf Komposthaufen und in Biotonnen sowie an den Futternäpfen von Hunden und Katzen. Auf Dachböden und in Gärten richten die Allesfresser große Schäden an. Genervte Hausbesitzer dürfen nicht zur Selbsthilfe greifen und die Tiere auf eigene Faust töten, warnt der Jagdverein.

Torsten Brandt von der Jagdbehörde des Werra-Meißner-Kreises weist auf die Gesetzeslage hin: „Lebend gefangenes Wild darf ausschließlich mit Schusswaffen getötet werden. Sofern die Tötung auf eine andere Weise erfolgt, wird ein Strafverfahren eingeleitet.“ Wer Probleme mit Waschbären in Haus und Garten habe, solle sich an einen in der Fallenjagd erfahrenen Jäger wenden.

Von Tobias Stück

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