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Wassergebühr in Eschwege wird leicht gesenkt

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Von: Tobias Stück

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Wird günstiger, wenn es aus dem Hahn kommt: das Eschweger Trinkwasser.
Wird günstiger, wenn es aus dem Hahn kommt: das Eschweger Trinkwasser. © Freie Waldorfschule Eschwege/nh

Die Stadt Eschwege wird voraussichtlich die Preise für Trinkwasser reduzieren. Das sieht die neue Gebührenkalkulation vor, die die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag verabschieden soll.

Eschwege - Der Preis für den Kubikmeter Wasser wird dann von 2,28 Euro auf 2,21 Euro gesenkt. Der Gebührenzahler wird in den Jahren 2022 bis 2026 um knapp 700 000 Euro entlastet. Die Mandatsträger stimmen am Donnerstag, 19 Uhr, in der Stadthalle über diesen Vorschlag ab.

Einsparung entspricht Rücklagen

Die Einsparung entspricht in etwa der Gebührenrücklage, die sich zwischen 2015 und 2021 angesammelt hat. Der Grund dafür liegt in einer Änderung der Planzahlen. Die Erlöse aus der Grundgebühr liegen über den Ansätzen, die 2014 angenommen wurden. Außerdem wurde mehr Wasser verbraucht, als vor sieben Jahren prognostiziert wurde. Die Planer hatten damit gerechnet, dass aufgrund des Bevölkerungsrückgangs sowie einer Reduzierung von Industrie und Gewerbe weniger Wasser verbraucht würde. Tatsächlich wurde weniger Wasser verbraucht, aber nicht so viel wie gedacht. 2005 waren es noch 1,075 Millionen Kubikmeter, 2020 dann nur noch 970 000 Kubikmeter. Geplant hatte man allerdings mit einem Ansatz von 955 000 Kubikmeter.

Der Klimawandel könnte hier auch eine Rolle spielen. „Wir vermuten, dass die drei heißen und trockene Sommer von 2018 bis 2020 zu einem erhöhten Wasserverbrauch geführt haben“, sagt Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe. Gießen, Duschen, private Swimmingpools könnten Treiber des Wasserverbrauchs sein.

Seit 2015 ist es in Eschwege so, dass sich die Wassergebühr aus eine Zählergebühr, einer Systemvorhaltegebühr und dem Mengenverbrauch zusammensetzt. Durchschnittlich verbraucht ein Eschweger Haushalt 83 Kubikmeter pro Jahr. Bei dieser Wassermenge ergibt sich ein Einspapotenzial von gut sechs Euro pro Wohneinheit. Statt 189,24 Euro zahlt man nur noch 183,43 Euro.

Wasserversorgungsbetrieb gibt es seit 2012

Gegründet wurde der Wasserversorgungsbetrieb Eschwege im Jahr 2012 als Eigenbetrieb der Kreisstadt Eschwege. Der Wasserversorgungsbetrieb Eschwege betreibt das Trinkwassernetz in der Kreisstadt Eschwege. Eine besondere Bedeutung kommt dem mit den Stadtwerken geschlossene Pacht- und Servicevertrag zu. Hier ist vereinbart, dass die Stadtwerke als Eigentümer der Wasserversorgungsanlagen diese an den Wasserversorgungsbetrieb verpachtet. Daneben gewährt ein separater Konzessionsvertrag den Stadtwerken das Wegenutzungsrecht. Ob diese sogenannte Konzessionsabgabe rechtens ist, prüft derzeit der Hessische Verwaltungsgerichtshof am Beispiel der Stadt Kassel. Für diese Konzessionsabgaben wurden in den Eschweger Gebührenhaushalt Rücklagen eingestellt.

(Tobias Stück)

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