Witzenhäuser Restauratoren kümmern sich um Wasserschaden im Landgrafenschloss

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Einsatz am Eschweger Landgrafenschloss: Die Witzenhäuser Restauratoren Sarah Link und Eric Kneisel kümmern sich um den Wasserschaden am und im Südflügel. Da muss nicht nur fachgerecht abgedichtet, sondern auch viel dokumentiert werden.

Starker Regen im Mai hatte dazu geführt, dass im Südflügel des Landgrafenschlosses Wasser in Büroräume lief. Zwei Witzenhäuser Restauratoren kümmern sich jetzt um die Schäden.

Es tropfte schon auf Schreibtische: Auch an einer Ecke des Westflügels wurde es innen nass, wie im Rittersaal zu erkennen ist. Nun werden die Schäden, die im Bereich des begehbaren Torbogens zwischen Süd- und Westflügel entstanden sind, behoben.

Darum kümmern sich zunächst einmal zwei Witzenhäuser: Sarah Link und Eric Kneisel. Die beiden Restauratoren, die eine Firma gegründet haben, ergründen und dokumentieren den Umfang der Schäden und suchen die Schwachstellen, die das Regenwasser nicht vom Eindringen abhielten. Zu den „Übeltätern“ gehören beispielsweise vier historische Fenster, die undicht waren.

Zwei feucht gewordene Kleingefache des Fachwerks haben Link und Kneisel schon wieder fachgerecht abgedichtet, das heißt nach dem Vermauern mit Kalkputz zweimal verputzt. Ansonsten ergänzen sie ihre Schadensanalyse mit Empfehlungen, wie sich die Schäden beheben und künftig verhindern lassen. Dabei sprechen sie sich auch mit anderen Fachleuten wie Dachdeckern und Schreinern ab, wie Eric Kneisel erläutert.

Die Voruntersuchung der historischen Fenster sei bereits ein Bestandteil der geplanten Sanierung des alten Schlosses, erläutert Architekt Theodor Sternal, der beim Kreisbauamt für das Gebäudemanagement zuständig ist. Den Wasserschaden vom Mai beziffert er auf 8000 bis 10 000 Euro.

Mit der Arbeit der beiden Restauratoren, die auch schon eine Voruntersuchung am Putz des Nordflügels für die Obere Denkmalschutzbehörde machten, ist Sternal sehr zufrieden, wie er sagt. Er hofft, dass sie lange in der Region ansässig bleiben. Denn solche Experten habe man bislang aus den Bereichen Fulda, Frankfurt und Darmstadt holen müssen.

Der Bedarf sei gegeben – und könnte sogar steigen, wie Sternal mutmaßt, wenn solche Wetterereignisse wie horizontaler Starkregen sich wegen des Klimawandels häufen sollten.

Seit diesem Jahr erst sind Sarah Link und Eric Kneisel (beide 36) mit ihrer Firma, die sich auf das Konservieren und Restaurieren von historischer Wandmalerei sowie von Objekten und Architektur aus Stein und Terrakotta von der Konzeption bis zur Dokumentation konzentriert, am Start. Das Landgrafenschloss in Eschwege sei sozusagen ihr Einstiegsprojekt, wie Sarah Link sagt.

Beide haben Restaurierung und Konservierung studiert, wobei sie in Potsdam zur Expertin im Bereich Stein wurde und er sich in Erfurt auf Wandmalerei und Architekturfassung spezialisieren ließ. Auf einer Baustelle in Witzenhausen lernten sie sich als Kollegen kennen und wagten, nachdem sich keiner allein getraut hatte, dann gemeinsam den Schritt in die Eigenständigkeit. Wobei sie sich mit ihrer unterschiedlichen Kompetenzen bestens ergänzen können.

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