Wege durch den Sozialdschungel: Beratung ab Januar auch im Landkreis

Der Sozialverband Deutschland startet seine Sozialberatung im Werra-Meißner-Kreis: (von links) Sozialberaterin Marita Schliephorst, der Landesvorsitzender des SoVD, Rudolf Schulz, und Vorstandsvorsitzender der Awo im Werra-Meißner-Kreis Günter Engel. Foto: Stefanie Salzmann

Der Sozialverband Deutschland (SoVD), wird ab Januar kommenden Jahres im Werra-Meißner-Kreis aktiv werden und Sozialberatungen, auch in Kooperation mit dem Awo-Kreisverband, anbieten.

Der Verband vertritt die Interessen von Rentnern, Patienten, pflegebedürftigen und behinderten Menschen. Ein erster Beratungstermin findet bereits am 7. Januar von 14.30 bis 16.30 Uhr im Erdgeschoss der Awo-Kreisgeschäftsstelle An den Anlagen 8 in Eschwege statt. Künftig wird es das Angebot einmal im Monat geben.

„Die soziale Landschaft in Deutschland wird immer komplizierter – Einschnitte und Kürzungen schaffen ein Klima sozialer Kälte. Betroffene finden sich in der Vielzahl der Sozialgesetzbücher und Rechtsvorschriften nicht mehr zurecht“, so der hessische Landesvorsitzende des SoVD, Rudolf Schulz. Und das gelte querbeet durch die Gesellschaft. Daher bietet der Verband über kontinuierlich ausgebildete Ehrenamtliche Beratungen zum Schwerbehindertenrecht, Rente, Hartz IV, Grundsicherung im Alter, Pflege- und Krankenversicherung, staatliche Entschädigungsleistungen sowie medizinische und berufliche Rehabilitation an. In Fällen, wo Widerspruch eingelegt werden muss oder eine Klage angestrebt wird, hat der Verband im Hintergrund eine Reihe von Fachanwälten für Sozialrecht, die dann eingeschaltet werden.

Besonders für kranke Menschen sei es schwer, sich in dem Dschungel von Sozialgesetzgebung noch zurechtzufinden, weiß Schulz. „Es ist wichtig, dass es jemanden gibt, der die Menschen an die Hand nimmt und sie unterstützt.“ Die Praxis in Deutschland sehe inzwischen so aus, dass Menschen, die aus welchen Gründen auch immer in eine Schieflage geraten sind, von den Behörden „von Pontius zu Pilatus“ geschickt werden. „Jeder spreizt nur noch die Finger und verweist auf ein anderes Amt“, sagt Schulz.

Diese Erfahrung bestätigt auch Marita Schliephorst, eheramtliche Beraterin: „Die Menschen werden so lange rumgeschickt, bis sie auf der sozialen Schiene ganz unten gelandet sind, und dann ist die Spirale kaum noch aufzuhalten.“

Von der Zusammenarbeit mit der Awo im Werra-Meißner-Kreis erhoffen sich beide Verbände Synergien. „Die Awo hat viele Beratungsangebote in der Region, auf die zurückgegriffen werden kann“, so Günter Engel, Vorstandsvorsitzender der Awo Werra-m-Meißner.

Der SoVD

Seit 2009 ist der Sozialverband bundesweit von rund 510 000 auf über 560 000 Mitglieder angewachsen. In Hessen sind es bisher 3200 Mitglieder.

Die Beratung

Eine Beratung ist für Mitglieder des SoVD und der Awo kostenlos. Auch für Nichtmitglieder ist eine Erstberatung kostenlos. Geht der Beratungsfall allerdings in den juristischen Bereich (Widerspruch, Klage) dann vertritt der Verband nur Mitglieder. Ein Beitritt zum Verband ist aber auch nach der Erstberatung möglich. Die Mitgliedschaft kostet 6,90 monatlich.

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