Kommunen entdecken die Freiwillige Feuerwehr als Sparpotenzial - Land fördert freiwillige Zusammenschlüsse

Wehren fürchten Fusionen

Sparpotenzial: Die Kommunen entdecken neue Einsparmöglichkeiten - kleine Einsatzabteilungen der Feuerwehren. Foto: dpa

Eschwege. Viele kleinere Ortsteilfeuerwehren im Kreis bangen um ihre Existenz. Auf der einen Seite fürchten sie, aufgrund von Personalmangel ihre Einsatzfähigkeit zu verlieren. Auf der anderen Seite haben die finanziell arg gebeutelten Kommunen sie als Sparpotenzial entdeckt.

Christian Sasse

Jüngstes Beispiel ist die Freiwillige Feuerwehr von Krauthausen (Sontra), die sich wegen Mangel an aktiven Einsatzkräften aufgelöst hat. Einsätze werden künftig vom drei Kilometer entfernten Breitau aus gefahren. Die Feuerwehr im Sontraer Ortsteil Weißenborn steht vor ähnlichen Problemen.

In Herleshausen schlug Gemeindebrandinspektor Udo Schulz Alarm. „Nüchtern betrachtet stehen wir am Wendepunkt, da den kleineren Ortsteilwehren wegen Personalmangels der Untergang droht. Daher sollten sich zur Optimierung der Leistungsstärke einzelne Ortsteileinsatzabteilungen auf freiwilliger Basis zu einer schlagkräftigen Abteilung zusammenschließen, bevor es die Politik durch Beschlüsse anordnet“, sagte er jüngst auf der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehren.

Auch in den Gemeinden wird die Feuerwehrfrage diskutiert. Durch die Zusammenlegung von Feuerwehrgerätehäusern kann Geld für Material und Unterhalt gespart werden, so die Überlegungen beispielsweise in der Gemeinde Meinhard. Überdies werden freiwillige Zusammenschlüsse der Wehren vom Land gefördert.

Kreisbrandinspektor Christian Sasse ist sich des Problems bewusst. „Grundvoraussetzung für die Zusammenlegung ist die Zehn-Minuten-Regel, nach der eine Feuerwehr innerhalb dieser Zeit am Brand-ort eingetroffen sein muss“, sagte er. Könne diese Zeit nicht eingehalten werden, sei eine Zusammenlegung ausgeschlossen. Aufgrund der dezentralen Lage der Orte - die Dörfer liegen im Werra-Meißner-Kreis oft weit verstreut, sieht er schon deshalb kein Potenzial für eine große Zahl von Zusammenlegungen.

Grundsätzlich, so Sasse, seien die Kommunen für die Organisation ihrer Feuerwehren verantwortlich. „Wie sie die Wehren aufstellt, bleibt den Städten und Gemeinden überlassen“, sagte der Kreisbrandinspektor. Er wies darauf hin, dass Zusammenschlüsse nur auf freiwilliger Basis erfolgen können. „Eine Fusion“, so Sasse, „muss von den einzelnen Wehren wirklich gewollt sein.

Von Dieter Salzmann

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