Tagesalarmsicherheit muss gewährleistet sein

Anzahl der aktiven Feuerwehr-Einsatzkräfte im Werra-Meißner-Kreis sinkt

Feuerwehrlöschfahrzeug von vorn (Ausschnitt), leicht von der Seite fotografiert.
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Die Mitgliederzahlen der Feuerwehren im Werra-Meißner-Kreis sinken seit Jahren kontinuierlich.

Die Anzahl der aktiven Feuerwehr-Einsatzkräfte sinkt im Werra-Meißner-Kreis weiter, bestätigt Kreisbrandinspektor Christian Sasse.

Laut dem Werra-Meißner-Kreis waren es 2013 noch insgesamt 2930 Mitglieder in den Wehren. Bereits 2016 war die Personenstärke auf 2759 gesunken und lag im vergangenen Jahr noch bei 2643. „Der Abwärtstrend konnte durch eine gemeinsame Aktion des Kreisfeuerwehrverbandes und des Werra-Meißner-Kreises kurzfristig gestoppt, aber letztendlich nicht aufgehalten werden“, sagt Sasse.

Die Bereitschaft, sich dauerhaft ehrenamtlich zu engagieren, scheine in der Bevölkerung gesunken zu sein. Dabei böten die Hilfsorganisationen Kameradschaft, anspruchsvolle Ausbildung sowie Tätigkeitsfelder, die in der Bevölkerung ein hohes Ansehen hätten – aber leider nur sehr wenige Menschen zum eigenen Aktivwerden animierten.

Aktionen wie die der Feuerwehr Herleshausen, neue Mitglieder mittels soziale Netzwerke zu werben, seien notwendig, damit das Thema in der Bevölkerung präsent bleibe. Als eines der größten entstehenden Probleme durch den zunehmenden Personalmangel einzelner Feuerwehren nennt Kreisbrandinspektor Christian Sasse die Tagesalarmsicherheit. Heißt: In der Werkzeit müssen genügend Feuerwehrleute in der Nähe des Standortes der eigenen Wehr sein.

„Die Situation ist noch stabil und die Zusammenarbeit unter den Stadtteilen gut“, sagt Sontras Stadtbrandinspektor André Bernhardt. Personalmangel werde kompensiert, indem man Stadtteilwehren zu Bereichsfeuerwehren zusammenführe. Letztlich stehe und falle die Tagesalarmbereitschaft mit dem Verständnis des Arbeitgebers. Bernhardt favorisiere ein System, das Unternehmen mit Mitarbeitern, die in Feuerwehren aktiv sind, steuerlich entlasten würde. Gleichzeitig könnte ein Anreiz für den Eintritt in die Einsatzabteilung geschaffen werden, indem man durch Einsatztätigkeit Rentenpunkte sammeln könnte.

„Wir kämpfen mit Mitgliederschwund in allen Abteilungen“, sagt Bad Sooden-Allendorfs Stadtbrandinspektor Andreas Eichenberg. Die Tagesalarmbereitschaft bereite Schwierigkeiten, viele Mitglieder würden in Kassel und Göttingen arbeiten. Beholfen werde sich unter anderem damit, dass zur Werkzeit großflächiger alarmiert werde und Kameraden, die in Bad Sooden-Allendorf arbeiteten, aber in anderen Feuerwehren Mitglied seien, im Alarmfall in der Kurstadt „aushelfen“ würden. (mmo)

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