„Feuerwehr ist die erste, die absäuft“

Wehretal muss Plan für Neubau des Feuerwehrgerätehauses ändern – 400 000 Euro Teuerung für Technik

Liegt zu tief: Wie sich jetzt zeigte, ist das Baugelände für den neuen Feuerwehrgerätestützpunkt extrem abschüssig. Hier zu sehen der Spatenstich im Juni 2020.
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Liegt zu tief: Wie sich jetzt zeigte, ist das Baugelände für den neuen Feuerwehrgerätestützpunkt extrem abschüssig. Hier zu sehen der Spatenstich im Juni 2020.

Wegen eines abschüssigen Baugrundstückes muss Wehretal jetzt den Bebauungsplan für den neuen Feuerwehrgerätestützpunkt in Reichensachsen neu beschließen. Außerdem wird die Ausstattung des Gebäudes deutlich teurer als bisher kalkuliert.

Reichensachsen – Noch bevor der erste Stein des neuen Feuerwehrstützpunktes in Reichensachsen gesetzt ist, muss die Gemeinde ihren erst im April diesen Jahres beschlossenen Bebauungsplan für das 13 000 Quadratmeter Baugrundstück „Auf dem Bruche“ ändern. Bei den jetzt begonnen Kanalplanungen für den Neubau hat das beauftragte Ingenieurbüro festgestellt, dass das Areal in zwei Richtungen (unter anderem Richtung Wehre) abschüssig ist – die Höhendifferenz zur Straße beträgt 1,90 Meter. „Das war mit bloßem Auge nicht zu erkennen“, entschuldigt Bürgermeister Timo Friedrich die Panne. Das Baugrundstück sei von Gemeinde und der Feuerwehr gemeinsam ausgesucht worden, unter anderem wegen der künftig guten Anbindung an die geplante Nordumgehung Reichensachsens.

„Die Feuerwehr wäre bei Hochwasser die erste, die absäuft“, sagte der FWG-Abgeordnete Reinhold Marth. „Wie unzuverlässig ist hier gearbeitet worden, dass das Kanalsystem bei der Planung nicht in Betracht gezogen worden ist“, kritisierte auch der CDU-Abgeordnete Friedhelm Zindler.

Gelände muss aufgeschüttet werden

Nun soll das Gefälle auf der gesamten 13 000 Quadratmeter-Fläche aufgeschüttet werden, um eine Niveaugleichheit zwischen Straße, dem künftigen Gerätehaus und der Übungsfläche herzustellen. „Wir sind zuversichtlich, dass dadurch keine Mehrkosten für uns entstehen“, sagte Friedrich, der auf Aushub vom A 44-Bau setzt. „Bisher haben wir keinen falschen Schritt getan“, sagte er. Die Planung für die Freifläche habe eh demnächst vergeben werden müssen.

Dennoch muss der bestehende Bebauungsplan für den Feuerwehrstützpunkt geändert werden. Denn in dem bisherigen Plan war die Bauhöhe mit maximal acht Metern, bezogen auf den Anschnitt des gewachsenen Bodens, festgesetzt worden. Das reicht nun nicht mehr, da die Gebäudeoberkante durch die Aufschüttung des Bodens deutlich höher würde.

Alternativ zur großflächigen Bodenaufschüttung hätte zwischen Kanalisation und dem Feuerwehrneubau eine Hebeanlage installiert werden müssen, die verhindert, dass das Regenwasser sowie Hochwasser aus dem rückwärtig gelegenen Graben in die neue Halle fließt oder den Hof flutet.

Ausstattung wird voraussichtlich um 400.000 Euro teurer

Zusätzlich kündigte Bürgermeister Friedrich an, dass auch die Ausstattung des Feuerwehrneubaus mit Haustechnik um circa 400 000 Euro teurer wird. Ursprünglich waren dafür 600 000 Euro angesetzt, nach aktuellen Schätzungen sei aber mit Kosten von knapp einer Million zu rechnen. Das läge nicht an zusätzlichen Ausstattungsdetails, sondern an Kostensteigerungen am Markt. Das beauftragte Büro Luther werde die drei Jahre alten Kalkulationen überarbeiten und dem Parlament eine Neuberechnung vorlegen. Die Kosten für den Feuerwehrneubau, von dem auch Abschnitte der Autobahn betreut werden sollen, waren seit Beginn der Planungen 2017 vom Büro Luther mit 4,2 Millionen Euro kalkuliert worden.

Von Stefanie Salzmann

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