Sebastian Dölle kommt zum Fest aus Neuseeland

Weihnachten auf neuseeländisch: Gefeiert wird nach anglikanischem Vorbild hauptsächlich am ersten Weihnachtsfeiertag. Dann geht es raus an den Strand oder in die Gärten. Der Eschweger Sebastian Dölle hat mitgefeiert. Foto: Dölle

Eschwege. Als Sebastian Dölle am Samstagmorgen in Frankfurt aus dem Flugzeug gestiegen ist, hatte er 18 500 Kilometer und 29 Stunden Nettoflugzeit hinter sich. Sebastian Dölle lebt in Wellington in Neuseeland. Zwei Termine versucht er aber regelmäßig einzuhalten: Johannisfest und Weihnachten.

Viermal ist es ihm in den vergangenen zehn Jahren aber nicht gelungen, an Weihnachten nach Eschwege heimzukehren. Dann hat er in Neuseeland mit Freunden gefeiert. „Das ist schon ganz anders“, sagt der 34-Jährige. Allein schon, weil Weihnachten auf der Südhalbkugel eben in den Sommer fällt. Statt Schnee und Matschwetter erwartet die Kiwis, wie sie sich selbst nennen, Badewetter. „Deswegen haben wir auch eher gegrillt und man fährt an den Strand“, erzählt Sebastian Dölle.

In Neuseeland sind alle Religionen dieser Welt vertreten. Besonders das Christentum ist in seiner Vielfältigkeit ausgeprägt. Die anglikanische Kirche dominiert. Deswegen feiern Neuseeländer Weihnachten auch hauptsächlich am ersten Weihnachtsfeiertag. Dann gibt es die traditionelle Pavlova, eine süße und klebrige Zuckernachspeise.

Katholiken in Neuseeland feiern ganz traditionell. Hier hat der Heilige Abend eine größere Bedeutung. Sebastian Dölle, selbst katholischen Glaubens, hat bei seinen Weihnachtsfesten „down under“ versucht, seine Freunde und Studienkollegen von diesen Traditionen zu überzeugen. „Ich habe mit ihnen deutsche Weihnachtslieder gesungen und bin mit ihnen in die Christmette gegangen“ erzählt er. Mit Erfolg: Auch ohne ihn haben seine Freunde die Rituale fortgesetzt.

Im Gegenzug hat sich der Eschweger aber auch auf die Gegebenheiten vor Ort eingelassen. Am Nachmittag des ersten Weihnachtsfeiertags wurde gegrillt, gefeiert wurde in den Gärten und auch am Strand. Nur eines hat Sebastian Dölle bei den Weihnachtsfeiern bei den Kiwis vermisst: „Die klassische Nordmanntanne sucht man hier vergebens.“

Zur Person 

Sebastian Dölle hat vor 15 Jahren in Eschwege sein Abitur abgelegt und lebt mit Unterbrechungen seit fast zehn Jahren in Neuseeland. Nach dem Abitur hat der 34-Jährige zunächst in Münster Englisch und Geschichte auf Lehramt studiert. 2006 ist er als Austauschstudent nach Neuseeland gekommen. Nach Tutor-Tätigkeiten an der Universität von Otago ist er jetzt Analyst für Wirtschaftsstrategien beim neuseeländischen Schatzamt.

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