Ornithologen schlagen Alarm: Insektensterben ist dramatisch

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Sie werden immer weniger: Eine Biene auf einer Blüte. Doch der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft macht den Insekten zu schaffen.  

Der Rückgang der Insekten im Werra-Meißner-Kreis ist dramatisch. Hauptursache sei der massive Einsatz von Pestiziten in der Landwirtschaft, so Wolfram Brauneis, Naturschützer und Ornithologe. 

Werra-Meißner – Der stellvertretende Vorsitzende der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) und Mitglied des Landesnaturschutzbeirats Hessen, Wolfram Brauneis, schlägt Alarm. Der Rückgang an Insektenzahlen im Werra-Meißner-Kreis sei dramatisch. Es müsse unbedingt gegengesteuert werden. Als Hauptverursacher macht Brauneis den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft aus. Hier müsse sich etwas ändern. Der Kreisbauernverband (KBV) Werra-Meißner reagiert. Ab sofort werden Blühstreifen auf Feldern angelegt, für die man Patenschaften übernehmen kann.

Weniger Insekten - weniger Vögel

Den Rückgang der Insektenpopulation kann man laut Brauneis hier vor Ort nicht ausmachen. „Dafür müsste man eine Erhebung anstellen.“ Was aber statistisch belegbar sei, sei die rückläufige Zahl der Vögel. Und dieser Rückgang steht laut Brauneis in direktem Zusammenhang mit dem Insektensterben. Den Vögeln fehlt Nahrung.

Problem besteht weltweit

Das Problem besteht weltweit. Wenn es nicht gestoppt wird, könnten wichtige Arten in 100 Jahren ausgestorben sein, schreiben verschiedene Autoren in der jetzt erschienenen Fachzeitschrift „Biological Conservation“. Jedes Jahr schrumpfe die Biomasse der Insekten um 2,5 Prozent. Besonders gravierend ist der Schwund bei Schmetterlingen, Bienen, Wespen und Ameisen sowie bei Dungkäfern.

Blühstreifen sind guter Anfang

Neben der Reduzierung der Vogelzahl, die man im eigenen Garten beobachten könne, sei auch die Windschutzscheibe des Autos laut Brauneis ein Indiz für den Insektenrückgang. „Den Insektenschwamm braucht man fast nicht mehr.“ Er fordert eine attraktivere Förderung der ökologischen Landwirtschaft. „Kleinere Felder und weniger Monokulturen sind jetzt nötig“, sagt er. Die Blühstreifen-Initiative des Bauernverbands sei ein guter Anfang.

Auch der Imkerberater für den Werra-Meißner-Kreis, Walter Krüger, begrüßt den Vorstoß des KBV. „Immerhin sind unsere Bienen für 80 Prozent der Bestäubung verantwortlich.“ (ts)

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