Kaum kirchliche Segnungen und eingetragene Partnerschaften

Wenige homosexuelle Paare lassen sich trauen 

Werra-Meißner. Am Freitag soll der Bundestag über die Einführung der Ehe für Schwule und Lesben abstimmen – bislang konnten homosexuelle Paare lediglich beim Standesamt eine Lebenspartnerschaft eintragen und sich (seit 2012) von Pfarrern der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck öffentlich in einem Gottesdienst segnen lassen.

Diese Angebote werden im Werra-Meißner-Kreis aber kaum angenommen.

Gerade einmal drei Segnungen gab es in den vergangenen Jahren im Bereich Eschwege, berichtet Dekan Martin Arnold von einer internen Umfrage, „und zwar in Sontra, Oetmannshausen und Germerode“. Im Bereich Witzenhausen habe es zwei Anfragen zu gleichgeschlechtlichen Segnungen gegeben, ob es schlussendlich dazu kam, sei nicht bekannt, heißt es aus dem Dekanat. Das Problem: Beim Landeskirchenamt werden diese Daten – anders als bei einigen anderen Landeskirchenämtern – nicht erfasst.

Auch eingetragene Partnerschaften beim Standesamt gab es vergleichsweise wenig. Von den laut Statistischem Bundesamt 7401 eingetragenen Lebenspartnerschaften, die 2015 bundesweit eingetragen wurden, entfielen zum Beispiel auf die Kreisstadt Eschwege gerade einmal drei – in ganz Hessen waren es 552. Auch die weiteren stichprobenartigen Anfragen im Kreis weisen ähnliche Zahlen auf. In Witzenhausen schlossen zum Beispiel 2012 je ein weibliches und ein männliches Paar den Bund fürs Leben. 2014 und 2015 waren wieder jeweils zwei Frauen und 2016 zwei Männer. Jeweils eine Lebenspartnerschaft in den Jahren 2012, 2013 und 2016 vermeldet das Standessamt Hessisch Lichtenau, keine einzige gab es in Waldkappel.

In Bad Sooden-Allendorf verpartnerten sich in den vergangenen fünf Jahren fünf männliche Paare und ein weibliches, in Eschwege waren es in den vergangenen fünf Jahren jeweils vier Frauen- und vier Männerpaare, die sich trauten. (nde) 

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